Im Stand läuft der Motor sauber, am Steg findet sich kein Code, und trotzdem fällt die Drehzahl nach 25 Minuten auf dem Wasser plötzlich ab. Solche Fehler fängst du nicht mit dem Blick auf die Live-Daten, du brauchst eine Aufzeichnung. Der Datenlogger im M-JET Diagnostic schreibt die Werte der Messfahrt mit. Das geht bei allen Modellen, die die App unterstützt, also FX, VX, GP, EX, FZ, SuperJet und JetBlaster von 2002 bis heute. Welche Werte zur Verfügung stehen, hängt vom Modell ab: Ein GP1800R liefert mehr als eine FX140.
Für welche Fälle sich das lohnt
Aus Foren kennt man mehrere Muster, die erst unterwegs auftreten. Bei einem FX SVHO fiel die Drehzahl nach 20 bis 30 Minuten von etwa 7500 auf 4500 bis 5000, ohne Alarm; das ist ein Einzelfall, die Ursache blieb offen. Bei der EX kommt der Überhitzungsalarm nach Berichten auf langen Touren, bei ruhigem Wasser kaum. Auch eine Check-Engine-Anzeige ohne Code, die nur sporadisch auftritt, ist ein Fall für die Messfahrt.
Welche Werte du mitschreibst
Nimm nicht alles, sondern das, was zur Frage passt.
- Bei Drehzahlverlust: Drehzahl, Drosselklappenwinkel, bei elektronischer Drosselklappe auch TPS und APS, dazu Ansaugdruck und Ansauglufttemperatur.
- Bei Alarm: Motortemperatur und Abgaskrümmer-Wassertemperatur, dazu die Drehzahl, damit du siehst, ob der Notlauf eingreift.
- Bei Aussetzern oder Absterben: Batteriespannung und Schalterstatus.
Bei aufgeladenen Modellen ist auch der Ansaugdruck wichtig. Heat Soak, also Hitzestau bei Aufladung, wird in Foren häufig als reale Größe genannt; die Aufzeichnung zeigt, ob Ansauglufttemperatur und Leistung parallel wegkippen.
Ablauf
Die Vorbereitung ist kurz, aber sie entscheidet darüber, ob die Aufzeichnung etwas taugt. Prüfe vorher, ob die Batterie im Boot gut geladen ist, denn Spannungseinbrüche sollen im Verlauf aus dem Fahrbetrieb stammen und nicht aus einer müden Batterie.
- Vor dem Ablegen mit der App verbinden und die Aufzeichnung starten.
- Das Telefon wasserdicht und sicher verstauen. Während der Fahrt bedienst du es nicht.
- Fahre so, wie der Fehler sonst auftritt: dieselbe Dauer, dieselbe Last.
- Beende die Aufzeichnung erst nach dem Stopp am Steg. Der Verlauf nach dem Fehler gehört dazu, denn so siehst du, ob und wann sich ein Wert wieder erholt.
Fahr in Gewässern, die du kennst, und nimm für die Messfahrt keine riskantere Fahrweise in Kauf als sonst.
Der erste Lauf ist selten der beste
Rechne damit, dass du die Messfahrt wiederholen musst. Beim ersten Mal hast du vielleicht den falschen Wert gewählt oder der Fehler trat gar nicht auf. Auch das hilft: Kommt er bei identischer Fahrt nicht, ist das ein Hinweis auf Bedingungen wie Wassertemperatur, Wellengang oder Ladezustand der Batterie. Vergleiche mehrere Aufzeichnungen, wenn du sie hast, und notiere zu jeder die Umstände. Wasser- und Außentemperatur sind bei Hitzeproblemen für die Einordnung wichtig.
Auswerten
Such den Zeitpunkt, an dem der Fehler einsetzt, und sieh dir an, was sich kurz davor geändert hat. Fällt die Drehzahl, während die Ansauglufttemperatur steigt, deutet das auf Hitze. Fällt sie und der Drosselklappenwinkel springt, hat der Sensor oder sein Kontakt ein Problem. Sinkt die Spannung kurz vorher, schaust du ins Ladesystem. Gleichzeitig steigende Temperaturen und sinkende Drehzahl, ohne dass ein Sensor einen Fehler meldet, können auf ein Strömungsproblem im Wasserweg hindeuten.
Ein Logger beantwortet nicht alles. Kavitation, ein verschlissener Impeller, Fremdkörper im Einlass oder Kettenverschleiß sind keine Messwerte. Er sagt dir aber, ob es eher Elektronik oder Mechanik ist und ob dein Verdacht zum Verlauf passt. Dazu passt der Beitrag Datenlogger und Messfahrt, und die Live-Daten erklären die einzelnen Anzeigen.