Die Überhitzungsanzeige an der FX140 geht an, der Motor fällt in den Notlauf und lässt sich nur noch mit gedrosselter Drehzahl fahren. Das betrifft die FX140 und die FX1000 der Baujahre 2002 bis 2005 mit dem 998-cm³-Vierzylinder (MR-1). In Foren findet man dazu oft denselben Verlauf: Erst wird der Temperatursensor getauscht, dann ein zweiter, dann irgendein Stecker oder Relais, und die Anzeige bleibt trotzdem.
Der Sensor ist schnell gewechselt, deshalb kommt er als Erster dran. Das macht ihn nicht zum wahrscheinlichsten Verdächtigen.
Erst den Wert ansehen, dann Teile kaufen
Das frühe Steuergerät dieser Boote kennt nur etwa 8 bis 12 Fehlercodes. Für die Motortemperatur ist Code 21 vorgesehen. Steht er im Speicher, hat das Steuergerät ein Problem im Sensorkreis bemerkt, also Sensor, Stecker oder Leitung. Steht er nicht drin und die Anzeige leuchtet trotzdem, wird der Motor sehr wahrscheinlich wirklich zu warm. Dann bringt ein neuer Sensor nichts.
Entscheiden kann das der Livewert. M-JET Diagnostic liest ihn per Bluetooth aus und unterstützt die FX140 und FX1000 ab 2002 (genauso die späteren FX1000(A) und FX1100). Beim Warmlaufen sollte die Kurve gleichmäßig ansteigen. Springt der Wert, bricht er plötzlich ein oder zeigt schon beim kalten Motor etwas völlig Unplausibles, liegt es am Sensorkreis. Steigt er sauber an und bleibt bei Last oben, ist die Temperatur echt.
Die Codenummern stammen aus der Diagnose-Datenbank der Steuergeräte. Je nach Generation, Display und Forum können sie anders lauten. Im Zweifel gilt die Beschreibung, die dir die App anzeigt.
Wenn die Temperatur echt ist
Dann sitzt das Problem im Kühlwasserweg, und den sieht kein Diagnosegerät. Kavitation an der Pumpe, ein angeschlagener Impeller, Fremdkörper im Einlassgitter und verstopfte Kühlkanäle bleiben unsichtbar. Sichtbar wird nur die Folge, nämlich die steigende Temperatur.
In Foren wird für verschiedene Yamaha-Modelle immer wieder dieselbe Prüfung beschrieben: Hinten tritt Wasser aus, aber am Prüfröhrchen kommt nichts an. Dann ist der Weg dazwischen zu. Als Kandidaten gelten eine verstopfte kleine Kühlwasserbohrung und Krümmer, die nach schlechtem Spülen zugesetzt sind. Beides lässt sich durch Hinsehen und Durchspülen klären, nicht per App. Wer sein Boot im Salzwasser fährt und danach nachlässig spült, sollte diese Stelle besonders ernst nehmen.
Lass den Motor an Land nie ohne Wasserzufuhr laufen, auch nicht für einen kurzen Test.
Die Spannung im Blick behalten
Ein Besitzer einer FX140 berichtet von Alarm und Startproblemen durch einen korrodierten Spannungsregler. Das ist ein Einzelfall, aber er ist schnell geprüft: Die Batteriespannung bei laufendem Motor steht als Livewert in der App. Liegt sie deutlich unter dem, was du bei einer geladenen Batterie im Stand siehst, lohnt ein Blick auf Regler und Stecker, bevor du den Motor verdächtigst. Ein Regler, der nicht lädt, hat mit der Kühlung nichts zu tun, kann aber trotzdem einen Alarm auslösen.
Was du notieren solltest
Schreib auf, wie lange der Motor lief, bis die Anzeige kam, bei welcher Drehzahl und ob Salz-, Süß- oder Brackwasser unter dem Rumpf war. Mit diesen drei Angaben und der Temperaturkurve aus der App kannst du jedem Mechaniker in zwei Sätzen sagen, was passiert. Kam die Anzeige gleich nach dem Start, ist ein Sensorkreis wahrscheinlicher. Kam sie erst nach einer Weile auf Last, ist es eher der Wasserweg.
Reihenfolge, die Geld spart
- Fehlerspeicher lesen und aufschreiben. Erst danach löschen, sonst fehlt dir die Spur. Wie das geht, steht unter Fehlerspeicher löschen.
- Motortemperatur beim Warmlaufen mitlesen. Sprünge sind Sensor oder Stecker, ein sauberer Anstieg ist echte Wärme.
- Batteriespannung im Stand und bei laufendem Motor vergleichen.
- Einlassgitter auf Fremdkörper ansehen, Wasseraustritt hinten kontrollieren, Krümmer und Bohrung durchspülen.
- Erst jetzt Sensor oder Stecker tauschen, und nur wenn der Wert wirklich springt.