Der Alarm ertönt, die Anzeige blinkt, die Drehzahl wird begrenzt, und in den Live-Daten sehen alle Temperaturen normal aus. Wer das erlebt, tauscht gern einen Sensor nach dem anderen. Hilfreicher ist es, erst zu wissen, wer überhaupt wofür zuständig ist.
Die drei Geber
- Motortemperatursensor, Code 15. Misst die Temperatur am Motor und steht in den Live-Daten als Wert.
- Thermosensor am Abgaskrümmer, Code 65 (Abgaskrümmer-Wassertemperatur). Er liefert ebenfalls einen Messwert, und zwar für das Wasser am Krümmer.
- Thermoschalter. Kein Messgeber, sondern ein Schalter, der bei einer bestimmten Temperatur schaltet. Einen Zahlenwert gibt es nicht, nur ein Ja oder Nein.
Diese Aufteilung gilt für die 1.8-Liter-Modelle: VXR und VXS, FX HO und Cruiser HO, FZR und FZS, FX SHO und SVHO sowie GP1800 und GP1800R. Die TR-1-Modelle (VX ab 2015/16, EX, SuperJet, JetBlaster) führen ebenfalls die Codes 15 und 65. Bei den neuen 1,9-Liter-Modellen ab 2024 kommt ein Thermosensor-Eintrag dazu, Code 41. Die MR-1-Modelle der Generation A führen die Motortemperatur unter Code 21. Nummern können je Generation und je Quelle abweichen.
Wenn kein Sensor etwas meldet
Der Alarm ertönt, aber Motortemperatursensor und Krümmersensor zeigen normale Werte und stehen auch nicht im Fehlerspeicher: Dann ist der Thermoschalter der naheliegende Kandidat. In Foren ziehen mehrere Besitzer genau diesen Schluss, und die Logik trägt, denn die beiden Messgeber widersprechen dem Alarm, es bleibt der Schalter. Ob die App den Zustand des Thermoschalters bei deinem Modell als Schalterstatus anzeigt, siehst du in der Live-Daten-Liste. Das M-JET Diagnostic zeigt nur Werte, die dein Fahrzeug tatsächlich liefert.
Warum nicht der Sensor die Ursache sein muss
Bei EX, VX, FX SVHO und FZR wird in Foren häufig berichtet, dass hinter dem Alarm ein Problem im Wasserweg steckt. Genannt werden Kavitation an der Pumpe, ein Fremdkörper im Einlassgitter, ein angeschlagener Impeller, eine verstopfte kleine Kühlwasserbohrung oder ein Krümmer, der nach schlechtem Spülen zugesetzt ist. Eine beliebte Gegenprobe: Wasser tritt hinten aus, aber nicht vorn am Prüfröhrchen. Dann ist der Weg dazwischen zu. Bei der EX meldet sich der Alarm gern auf langen Touren, bei ruhigem Wasser kaum.
Das lässt sich mit einer aufgezeichneten Messfahrt gegenprüfen. Steigen Motor- und Krümmertemperatur mit der Zeit an, bis der Alarm kommt, sind die Geber ehrlich, und es fehlt Wasser. Bleiben beide Kurven flach und der Alarm kommt trotzdem, passt etwas an den Gebern nicht, und der Thermoschalter rückt nach vorn.
Aufgeladene Modelle sind ein Sonderfall
Bei FZR, FZS und SVHO ist Hitzestau (Heat Soak) real, das berichten mehrere Besitzer. Nach längerer Fahrt oder nach dem Abstellen steigen die Temperaturen im Motorraum an. Eine hohe Anzeige muss dann kein Sensorfehler sein, und der Verlauf in der Messfahrt zeigt, ob die Werte langsam wandern oder sprunghaft kommen. Sprünge deuten eher auf einen Kontakt, langsames Wandern eher auf Wärme.
Die Reihenfolge, die ich wählen würde
- Fehlerspeicher lesen und alles notieren, bevor du löschst. Relevant sind 15 und 65, bei den 1,9-Liter-Modellen auch 41.
- Einlassgitter und Pumpe ansehen, Prüfröhrchen und Abgas-Wasseraustritt vergleichen.
- Messfahrt aufzeichnen: Wie schnell steigt die Temperatur, ab wann piept es?
- Erst jetzt entscheiden, ob Sensor oder Schalter getauscht wird.
Laut EX-Handbuch reduzieren Übertemperatur- und Öldruckwarnung die Drehzahl automatisch, als Abhilfe nennt das Handbuch Einlass reinigen und abkühlen lassen. Beide Warnungen teilen sich bei einigen Yamaha denselben Warnton, deshalb zählt der Verlauf mehr als der Ton allein.
Kavitation, Verschleiß am Impeller und verstopfte Kühlkanäle erkennt ein Diagnosegerät nicht. Wie du Überhitzung und Temperatursensor einordnest, steht auf einer eigenen Seite, und die App zum M-JET Diagnostic liefert dir die Werte dafür.