Auf der letzten Tour hat die Motorwarnung geleuchtet, beim nächsten Start ist sie aus. Viele lassen es dann gut sein. In Foren wird häufig berichtet, dass sich die Anzeige nach mehreren Start-Stopp-Zyklen von selbst zurücksetzt. Das sagt aber nur etwas über die Anzeige. Ob der Fehler verschwunden ist, hängt davon ab, was ihn ausgelöst hat. Gemeint sind alle Yamaha-Viertakter, und ausgelesen werden können sie mit dem M-JET Diagnostic bei allen 37 unterstützten Modellen der Serien FX, VX, GP, EX, FZ sowie SuperJet und JetBlaster, Baujahre 2002 bis heute.
Zwei Gründe, warum die Lampe wieder aus ist
Der häufigere Grund: Der Fehler war sporadisch. Ein Stecker mit leichter Korrosion, ein Sensor mit Wackelkontakt, ein kurzer Spannungseinbruch beim Start. Das Signal war einmal weg und ist inzwischen wieder da. Der zweite Grund: Der Fehler ist nur gespeichert, und die Anzeige hat sich nach ein paar Zyklen beruhigt. In beiden Fällen kann die Ursache weiter vorhanden sein und beim nächsten Mal wieder zuschlagen, meist dann, wenn du am weitesten vom Steg weg bist.
Was du jetzt tust
- Fehlerspeicher auslesen, bevor irgendetwas gelöscht wird. Codes notieren, auch ältere Einträge. Die Nummern können je nach Steuergerät und Quelle abweichen, die Klartext-Beschreibung in der App ist maßgeblich.
- Den Eintrag einem Bauteil zuordnen und dessen Stecker reinigen. Das hilft laut Berichten erstaunlich oft.
- Live-Daten ansehen: Batteriespannung, Temperaturen, Schalterstatus. Ein unauffälliger Wert im Stand beweist wenig, wenn der Fehler nur unter Last kommt.
- Kommt der Fehler nur unterwegs, eine Messfahrt mit dem Datenlogger aufzeichnen. Wie das geht, steht unter Datenlogger und Messfahrt.
- Erst wenn die Ursache gefunden und behoben ist, den Speicher löschen und weiterbeobachten.
Notiere dir die Umstände
Der Speicher sagt dir, was gemeldet wurde, aber nicht, unter welchen Bedingungen. Schreib deshalb auf, wann die Lampe anging: nach wie vielen Minuten, bei welcher Drehzahl, beim Anfahren oder in voller Fahrt, mit kaltem oder warmem Motor, nach einer Welle oder auf ruhigem Wasser. Ein Fehler, der immer nach einer halben Stunde kommt, ist ein anderer als einer, der nur beim Anfahren auftaucht. Diese Notiz ist später der Maßstab für die Messfahrt, weil du genau die Bedingungen nachstellen musst.
Was im Speicher stehen kann
Ob bei deinem Modell ein Eintrag stehen bleibt, obwohl die Lampe aus ist, siehst du nur beim Auslesen. Genau deshalb lohnt der Blick auch dann, wenn alles normal wirkt, zum Beispiel vor dem Saisonstart oder vor einer langen Tour. Steht dort ein Code, dann ist er die Spur, der du folgst. Steht dort nichts, ist das keine Entwarnung für alles, sondern nur für die Dinge, die das Steuergerät überwacht.
Wenn nichts im Speicher steht
Das gibt es. Ein Beispiel aus den Foren ist der Überhitzungsalarm: Meldet kein Temperatursensor etwas, der Alarm ertönt aber trotzdem, wird der Thermoschalter verdächtigt. Bei den 1.8-Modellen gibt es drei Temperaturgeber, den Thermosensor am Abgaskrümmer (Code 65), den Thermoschalter und den Motortemperatursensor (Code 15). Dahinter steckt häufig ein Wasserweg-Problem, also ein Fremdkörper im Einlassgitter, Kavitation an der Pumpe oder zugesetzte Kanäle. Das alles erkennt kein Diagnosegerät, auch dieses nicht. Hier übernimmt die Mechanik: Einlass kontrollieren, Impeller ansehen, Wasseraustritt prüfen.
Wer eine Warnung hatte, die von selbst weggegangen ist, sollte sie deshalb nicht als erledigt abhaken. Lies den Speicher aus, sieh dir die Werte an, und wenn beides nichts hergibt, fahre eine aufgezeichnete Messfahrt. Mehr zur Warnanzeige allgemein findest du unter Motorwarnung leuchtet.