Bei den frühen Yamaha-Viertaktern ist die Verbindung zwischen Gashebel und Drosselklappe mechanisch. Ab der VX110/VX1100 (2005) ist es eine elektronische Drosselklappe: Der Gashebel meldet seine Stellung an das Steuergerät, das einen Motor an der Klappe ansteuert. Betroffen sind alle neueren Modelle bis heute, also VX, VXR/VXS, FX HO, FZR/FZS, FX SVHO, GP1800, EX, SuperJet, JetBlaster und die 1,9-Liter-Reihe. Nicht dazu gehören die frühen MR-1-Modelle FX140, FX1000, FX1100 und die GP1300R, die ohne elektronische Drosselklappe arbeiten. Das M-JET Diagnostic unterstützt beide Gruppen, die App blendet nur ein, was dein Modell hat.
Die drei Kürzel
ETV steht für den Antrieb der Drosselklappe, also den Motor, der sie bewegt. TPS ist der Sensor an der Drosselklappe selbst und meldet, wie weit sie offen ist. APS sitzt am Gashebel und meldet, wie weit du ziehst. Das Steuergerät vergleicht beide Seiten: Du ziehst den Hebel, die Klappe soll folgen, und der TPS bestätigt, dass sie es tut.
Wichtig ist, dass beide Sensoren doppelt ausgelegt sind. In den Live-Daten findest du TPS1 und TPS2 sowie APS1 und APS2. Die zwei Signale eines Sensors sollten beim Bewegen gemeinsam laufen. Das Steuergerät kann so erkennen, wenn eines davon nicht mehr stimmt.
Die Codebereiche
Bei der neueren Steuergeräte-Generation (VX1100 ab 2005 und alle jüngeren) liegen die Codes des Drosselklappenantriebs grob zwischen 112 und 145. Für den TPS stehen 124 bis 128, für den APS 131 bis 135. Bei den älteren Modellen ohne ETV gibt es nur einen Drosselklappensensor, bei FX140, FX1100 und GP1300R ist das Code 24. Die Nummern können je nach Quelle abweichen. In einem Forum wird für den TPS einer FX HO eine 18 genannt, die Diagnose-Datenbank führt 24. Im Zweifel hilft der Klartext in der App weiter.
Sprünge deuten auf Kontakt
Das nützlichste Verfahren ist banal: Zündung an, Live-Daten öffnen, den Gashebel langsam bewegen und die Werte beobachten. Laufen TPS1/TPS2 und APS1/APS2 gleichmäßig mit, ist der Weg in Ordnung. Springt ein Wert oder fällt kurz aus, ist meist ein Kontakt die Ursache, der Sensor ist es seltener. Das passt zu dem, was aus Foren berichtet wird, etwa bei der GP1300R, wo der schlechte Kontakt am Drosselklappensensor eine häufige Ursache für Leerlauf- und Startprobleme ist; der TPS muss beim Start geschlossen melden.
Wackle beim Beobachten leicht am Stecker des Sensors. Reagiert der Wert, weißt du, wo du reinigen musst. Wie die Fehlerbilder bei der VX1100 aussehen, steht unter VX1100 Drosselklappen-Fehler.
Warum die Sensoren doppelt sind
Ein einzelner Sensor könnte nicht erkennen, dass er selbst falsch meldet. Zwei Signale, die zusammenpassen müssen, ermöglichen es dem Steuergerät, einen Widerspruch zu entdecken und einen Fehlercode zu setzen. Für den Fahrer kann das je nach Fehler nach Notlauf aussehen: Die Drehzahl hängt, der Gashebel scheint nichts mehr zu bewirken. Deshalb lohnt der Blick in die Live-Daten, bevor du Teile bestellst. Stehen TPS und APS plausibel, kommt der Notlauf aus anderer Richtung, etwa von Temperatur oder Modus.
Was die App hier nicht klärt
Ein Code zur Drosselklappe sagt, dass das System ein Signal nicht plausibel findet. Er sagt nicht, ob Sensor, Stecker, Kabel oder Klappe selbst schuld sind. Verschmutzung an der Klappe, Öl im Ansaugtrakt oder Nebenluft sieht die Diagnose nicht. Bei der VX1100 2006 wurde in einem Fall ein ölgetränkter Luftfilterkasten nach überfülltem Ölwechsel als Grund für eine hängende Drehzahl berichtet.
Nach Reinigung oder Austausch kann ein Anlernen nötig sein. Das beschreibt Drosselklappe anlernen.
Wenn die Drehzahl bei 5000 hängt, schau zuerst, ob No-Wake oder Lernmodus aktiv sind. Beide begrenzen die Drehzahl und wirken wie ein Defekt.