Die Motorwarnung leuchtet, du schließt die App an, und im Fehlerspeicher steht nichts. Das kommt bei EX, EX Sport, EX Deluxe und EX Limited ab 2017 mit dem 1049-cm³-Dreizylinder (TR-1) ebenso vor wie bei anderen Yamaha. Ein Defekt der App ist das nicht, es ist ein bekanntes Muster.
Warum die Anzeige an ist und kein Code vorliegt
In Foren wird häufig berichtet, dass in solchen Fällen ein sporadischer Fehler im Spiel war, oder dass es nur ein gespeicherter Eintrag ist, der gerade nicht mehr aktiv ist. Die Anzeige kann sich nach mehreren Start-Stopp-Zyklen von selbst zurücksetzen. Erlischt sie also nach drei, vier Starts, war das Auslösende nicht dauerhaft da. Das bedeutet aber nicht, dass es weg ist. Was einmal aufgetreten ist, kann an der nächsten Welle oder im nächsten Spritzwasser wiederkommen.
Stecker zuerst
Die häufigste Hilfe aus den Berichten ist banal: Stecker abziehen, auf Korrosion und Feuchtigkeit ansehen, reinigen und sauber wieder aufstecken. Das gilt vor allem für Stecker an Sensoren und für den Hauptkabelbaum, die Wasser und Rüttelei abbekommen. Ein korrodierter Stecker kann gerade noch Kontakt haben, und dann gibt es keinen Code.
Live-Daten und Einzeltests im Stand
Mit dem M-JET Diagnostic liest du die Livewerte, also Drehzahl, Temperaturen, Ansaugdruck, Batteriespannung und Schalterstatus. Beobachte, ob ein Wert springt, während du sacht am Kabelbaum wackelst oder die Zündung an- und ausschaltest. Springt etwas, ohne dass der Wert dauerhaft ungewöhnlich ist, hast du die Stelle, an der du weitersuchst.
Zusätzlich steuerst du Zündspulen und Einspritzdüsen je Zylinder einzeln an. Bei den Dreizylindern der TR-1-Reihe sind das drei Spulen, drei Düsen und die Pumpe, zusammen sieben Komponenten. Fällt dort ein Zylinder auf, passt das zu einer Warnung, deren Ursache nicht im Speicher stehen muss. Die Pumpe zeigt dabei nur, dass sie läuft, nicht ob sie genug fördert. Am Kraftstoffsystem arbeitest du nur bei guter Belüftung und ohne Zündquellen.
Die Messfahrt
Ein sporadischer Fehler tritt oft nur unter Last oder bei Erschütterung auf, im Stand nie. Starte vor der Fahrt den Datenlogger, fahr normal und sieh dir danach den Verlauf an. Wo in der Kurve ein Wert springt oder die Spannung kurz einbricht, liegt dein Anhaltspunkt. Die App läuft dabei im Hintergrund, auf dem Wasser schaust du auf das Wasser. Den Ablauf beschreibt Datenlogger und Messfahrt.
Wann du die Warnung ernst nimmst
Ein Boot, das sich bei leuchtender Warnung ganz normal fährt, ist eine andere Lage als eines, das spürbar schwächer wird oder Aussetzer hat. Im zweiten Fall lässt du es nicht darauf ankommen, weil das Steuergerät dann womöglich schon eingreift. Notiere dir, was du beim Leuchten gemerkt hast: Drehzahl, Geräusch, Leistung. Solche Angaben sind später mehr wert als der leere Speicher.
Was dabei offen bleibt
Der Speicher zeigt nur, was das Steuergerät selbst als Fehler erkannt und abgelegt hat. Ein zu hoher Ölstand, ein ölgetränkter Luftfilter oder ein Kompressionsverlust ergeben keinen Code. Dasselbe gilt für Stecker, die durch Korrosion unsicher sind, aber noch nicht ausfallen. Ob eine Warnung ohne Code eine echte Störung war oder ein Ausreißer, entscheidet am Ende, ob sie wiederkommt. Wer sofort Sensoren auf Verdacht tauscht, weiß hinterher nicht, ob das neue Teil oder der Zufall die Warnung beendet hat. Mit jeder aufgezeichneten Fahrt wird das Bild dagegen genauer.
Steht im Speicher doch ein älterer Eintrag, schreib ihn auf, bevor du löschst, und beobachte, ob er nach der nächsten Fahrt zurückkehrt. Kommt die Warnung immer wieder ohne Code, hilft die Messfahrt weiter, nicht der Teiletausch auf Verdacht. Die Codes dieser Reihe stehen unter EX Fehlercodes.