Die FZR und die FZS mit dem aufgeladenen 1812-cm³-Vierzylinder (SHO, 2009 bis 2016) laufen sauber, sind aber auf dem Wasser nicht mehr richtig schnell. Die Drehzahl hängt bei etwa 5000 bis 5500 U/min, und über etwa 6000 U/min bricht die Leistung ein. In Foren wird das häufig mit der Kupplung des Laders erklärt. Bekannt sind dafür vor allem die frühen SHO-Jahrgänge 2009 bis 2013, später wurde die Kupplung überarbeitet.
Woran du es merkst
Das Muster ist immer ähnlich: Der Motor läuft sauber, aber auf dem Wasser kommt die Drehzahl nicht mehr dorthin, wo sie früher war. Beschleunigung und Endgeschwindigkeit fehlen, und zwar unter Last, nicht im Stand. Wer das Boot nur im Leerlauf am Steg testet, merkt deshalb nichts.
Ein Merkmal betrifft den Ansaugdruck: Bei verschlissener Kupplung bleibt er nahe am Umgebungsdruck, obwohl ein Lader ihn deutlich darüber heben müsste. Genau das lässt sich mit M-JET Diagnostic beobachten. Es unterstützt die FZR und FZS und zeigt den Ansaugdruck und den Luftdruck in den Live-Daten, sodass du beide vergleichen kannst.
Messfahrt statt Standtest
Im Stand verrät der Wert wenig, weil der Lader erst unter Last gefordert wird. Zeichne also eine Fahrt auf, bei der du bis in den oberen Drehzahlbereich beschleunigst, und lies nachher Drehzahl und Ansaugdruck nebeneinander aus. Bleibt der Ansaugdruck bei Vollgas nahe am Umgebungswert, während die Drehzahl bei 5000 bis 5500 stehen bleibt, passt das ins Bild. Mehr zur Technik der Aufzeichnung unter Datenlogger und Messfahrt.
Während der Aufzeichnung gehört das Handy weg. Die App läuft im Hintergrund weiter, gelesen wird erst am Steg.
Was die App nicht beweist
Ein niedriger Ansaugdruck ist ein Indiz und kein Urteil. Dahinter kann die Kupplung stecken, ebenso ein anderer Fehler am Lader oder im Ansaugweg. Die App kann einen Laderschaden nicht beweisen und nicht sagen, welches Teil im Lader die Ursache ist. Dasselbe gilt für den Handtest an der Kupplung, den manche Besitzer machen: In Foren gilt er als unzuverlässig, die Kupplung kann sich im Stand gut anfühlen und unter Last trotzdem durchrutschen.
Beim Gebrauchtkauf
Bei einer FZR oder FZS aus den Jahren 2009 bis 2013 gehört eine Probefahrt mit Vollgas zur Prüfung, am besten mit aufgezeichneten Werten. Bleibt die Drehzahl um 5000 bis 5500 hängen und der Ansaugdruck flach, ist das ein Grund, nachzuverhandeln oder zu verzichten. Zusätzlich speichert das Steuergerät die Betriebsstunden je Drehzahlbereich. Daran siehst du, wie viel der Motor im oberen Bereich gearbeitet hat.
Erst die Alternativen ausschließen
Bevor du den Lader öffnest, sollten andere Erklärungen für ein Hängen bei 5000 vom Tisch sein:
- Notlauf wegen einer Meldung. Der Speicher zeigt es: Temperaturen (Code 15 und 65), Klopfsensor (17), Ansaugdruck (29) und alles an der Drosselklappe.
- Ein aktiver Modus wie No-Wake.
- Zu wenig Wasser an der Pumpe oder ein verstopfter Einlass. Fremdkörper im Einlassgitter und Kavitation bleiben für die App unsichtbar, bremsen den Motor aber ebenfalls.
Fällt all das weg und der Ansaugdruck bleibt bei Vollgas niedrig, ist der Lader der nächste Schritt. Der Eingriff gehört in die Hände von jemandem, der Lader schon zerlegt hat. Die Messwerte aus der App sind dann die Unterlage, mit der du hingehst, und sie ersparen dem Mechaniker die Frage, ob der Motor überhaupt sauber läuft.
Die Fehlercodes dieser Baureihe entsprechen der Generation B der 1.8-Modelle. Wie du sie im Klartext liest, steht unter Fehlercodes selbst auslesen.