Die GP1300R, gebaut von 2003 bis 2008 mit dem 1298-cm³-Dreizylinder, hat bei vielen Besitzern irgendwann einen Leerlauf, der schwankt, ruckelt oder ganz ausgeht, und manchmal startet sie nicht gleich beim ersten Versuch. Wer in Foren nach Ursachen sucht, stößt in mehreren Beiträgen auf dieselbe: schlechter Kontakt am Drosselklappensensor.
Warum ausgerechnet der Drosselklappensensor
Das Steuergerät will beim Start wissen, dass die Drosselklappe geschlossen ist. Der Sensor (TPS, in dieser Generation Code 24) muss dafür „geschlossen“ melden. Wackelt der Stecker oder ist der Kontakt oxidiert, kommt ein falsches oder springendes Signal an, und der Motor startet schlecht oder pendelt im Leerlauf. Ein Code muss dabei nicht zwingend im Speicher stehen, weil ein Wackelkontakt oft nur kurz auftritt.
Deshalb lohnt sich der Blick in die Live-Daten. M-JET Diagnostic unterstützt die GP1300R und zeigt den Drosselklappenwert in Echtzeit. Bei Zündung an und Gashebel in Ruhe sollte der Wert ruhig stehen und „geschlossen“ melden. Bewegst du dabei den Stecker vorsichtig mit der Hand und der Wert hüpft, hast du den Kontakt gefunden. Stecker abziehen, reinigen, wieder aufstecken, und die Linie beobachten. Bleibt sie danach ruhig, hast du dir den Sensor gespart.
Der Schrittmotor und die übrigen Codes
Die GP1300R hat für den Leerlauf einen Schrittmotor. Fehler daran melden sich in dieser Generation unter den Codes 84, 102 und 103. Im Bauteiltest kannst du ihn ansteuern und sehen, ob er überhaupt reagiert. Ein träger oder festsitzender Schrittmotor gibt ein ähnliches Bild wie ein schlechter Drosselklappenkontakt, nämlich einen Motor, der im Leerlauf pendelt.
Weitere Codes dieser Generation, die in die Suche passen: 34 für den Luftdrucksensor, 19 für den Impulsgeber und 25 für die Batteriespannung. Dazu gibt es Einträge für die Abgaskrümmer-Temperatur (83 und 101). Die Nummern können je Quelle abweichen, die Beschreibung in der App ist der Maßstab.
Leerlauf anlernen, aber erst nach der Reparatur
Nach einer Reinigung der Drosselklappe oder einem Batteriewechsel kann der Leerlauf neu angelernt werden, und die App stößt das an. Das hilft, wenn der Wert nach einer Wartung verstellt ist. Es hilft nicht, wenn der Sensor einen Wackelkontakt hat, denn dann lernt sich das Steuergerät auf ein schlechtes Signal ein. Erst reparieren, dann anlernen. Läuft der Leerlauf danach ruhig und der Motor startet beim ersten Versuch, war die Ursache getroffen. Mehr dazu unter Leerlauf anlernen.
Spulen und Düsen im Vergleich
Ein Dreizylinder hat drei Zündspulen, drei Düsen und eine Kraftstoffpumpe, zusammen sieben Teile, die du einzeln ansteuern kannst. Läuft die GP1300R unrund, vergleichst du die Zylinder untereinander: Eine Spule oder Düse, die sich anders verhält als ihre Nachbarn, fällt im Test auf. Der Pumpentest zeigt allerdings nur, dass sie läuft, nicht, ob sie genug fördert.
Beim Arbeiten am Kraftstoffsystem gilt: gute Belüftung, keine Zündquellen.
Wenn alle Tests sauber sind
Ruhiger Drosselklappenwert, Schrittmotor reagiert, drei gleich arbeitende Spulen und Düsen, Spannung in Ordnung: Dann hat die Elektronik nichts mehr zu melden, und es bleiben Dinge, die die App nicht sieht. Dazu gehören die Zündkerzen (Zustand und Gewinde), die Fördermenge der Kraftstoffpumpe und die Kompression. Ein Boot, das nach langer Standzeit schlecht läuft, hat oft auch ein Kraftstoffproblem, das mit dem Leerlauf nur indirekt zu tun hat.
Und der YPVS-Eintrag?
Im Steuergerät gibt es für die GP1300R einen YPVS-Eintrag (Code 100). Er taucht manchmal in Speicherlisten auf und verwirrt. Hängt dein Problem nur am Leerlauf, schaust du zuerst auf Drosselklappensensor, Schrittmotor und Spannung und erst danach auf diesen Eintrag.