Der Jet stand monatelang, jetzt soll es wieder aufs Wasser. Bei einem Yamaha-Viertakter, gleich welches Baujahr zwischen 2002 und heute, dauert die Vorbereitung mit der App etwa eine halbe Stunde. Sie spart dir das Rätselraten, wenn es draußen schlecht läuft. Das würde ich in dieser Reihenfolge prüfen.
Speicher lesen, bevor du etwas anfasst
Mit dem M-JET Diagnostic liest du den Fehlerspeicher. Vom Vorjahr stehen dort vielleicht noch Einträge, an die du dich nicht erinnerst. Auch Anzeigen ohne Code kommen vor: Eine Motorwarnung ohne erkennbare Ursache stammt laut Foren meist von einem sporadischen oder nur gespeicherten Fehler und kann sich nach mehreren Start-Stopp-Zyklen von selbst zurücksetzen. Heißt für dich: erst alles notieren, dann löschen. Taucht ein Eintrag nach dem Löschen wieder auf, ist er kein Zufall, und ein korrodierter oder schmutziger Stecker ist der häufigste Grund. Stecker reinigen hilft oft.
Spannung messen
Bei Zündung an und Motor aus liegt die Batteriespannung in Ruhe bei etwa 12,5 V. Liegt sie deutlich darunter, lade die Batterie, bevor du irgendetwas anderes beurteilst. Eine schwache Batterie erzeugt Fehler, die mit dem Zustand des Jets nichts zu tun haben. Beobachte die Spannung auch beim ersten Start. Bricht sie dabei stark ein, kündigt sich das nächste Problem schon an.
Zylinder einzeln durchtesten
Die Bauteiltests steuern Zündspulen und Einspritzdüsen je Zylinder an, dazu die Kraftstoffpumpe. Ein Dreizylinder bringt sieben ansteuerbare Teile mit, ein Vierzylinder neun. Reagiert einer der Zylinder anders als die übrigen, hast du den Verdächtigen ohne Raten. Bei den frühen FX-Modellen (2002 bis 2005) gibt es nur zwei Zündspulen, jede versorgt zwei Zylinder, in den Paaren 1 und 4 sowie 2 und 3. Der Pumpentest sagt nur, dass sie läuft, nicht ob sie genug fördert. Am Kraftstoffsystem gilt immer: gut belüften, keine Zündquellen in der Nähe.
Leerlauf und Service
Hast du die Batterie gewechselt oder die Drosselklappe gereinigt, ist ein Anlernen des Leerlaufs fällig, sofern dein Modell diese Funktion hat. Wie das abläuft, beschreibt Leerlauf anlernen. Stimmt der Leerlauf danach noch nicht, ist das ein Fall für die Suche nach der Ursache und nicht für ein weiteres Anlernen, denn Anlernen ersetzt keine Reparatur. Wurde das Öl gewechselt, setzt du das Ölwechsel-Intervall zurück, soweit es das Modell anbietet. Auch die Wartungs- oder Spülwarnung lässt sich bei manchen Modellen zurücksetzen. Hinweise dazu stehen unter Ölwechsel und Service zurücksetzen.
Schalter einmal betätigen
Der Notstopp-Schalter am linken Lenker kann korrodieren und den Motor abstellen oder nicht abstellen. Das ist von der VX des Modelljahrs 2021 bekannt. Betätige ihn vor dem ersten Start einmal und beobachte den Schalterstatus in den Live-Daten. Das Gleiche gilt für die anderen Schalter, die dein Modell hat, etwa den Neigungsschalter oder, bei einigen Modellen, den No-Wake- oder Rückwärtsschalter. Meldet ein Schalter etwas, das du nicht ausgelöst hast, hast du einen Fehler gefunden, bevor er dich draußen stehen lässt.
Der erste Lauf
Der erste Lauf geschieht im Wasser oder mit angeschlossener Wasserzufuhr, an Land läuft der Motor nie ohne Wasser. Beobachte Temperaturen und Spannung und fahr eine kurze Strecke mit dem Datenlogger, wenn du die Gelegenheit hast. Was dabei fehlt, ist alles, was nur die Mechanik zeigt: der Zustand des Impellers, freie Kühlwasserwege, der Zustand der Zündkerzen. Dafür bleibt der Blick ins Wasser und unter den Rumpf. Eine Kurzfassung steht auf der Seite Saisonstart-Check nach dem Winter.