Die Rückwärtsklappe regt sich nicht, im Display steht eine Nummer zwischen 150 und 164, und der erste Gedanke gilt dem Steuergerät. Meistens liegt es woanders. Vorher aber die Frage, ob dein Fahrzeug überhaupt RiDE hat, denn das System gibt es nicht überall.
Welche Modelle RiDE haben
Beim FX SHO und SVHO ist RiDE ab 2015 dabei, bei der GP1800 und GP1800R ab 2017. Bei der VX ab 2015/16 haben es laut Yamaha nur einige Varianten, unter anderem die VX Cruiser. Bei der EX gibt es das System nur bei einzelnen Ausstattungen, beim JetBlaster bei PRO und DLX. Der SuperJet hat weder RiDE noch einen Rückwärtsgang. Die 1.8-Liter-Modelle vor RiDE kennen stattdessen einen Rückwärtsschalter, der unter Code 78 läuft. Die MR-1-Modelle (FX140, FX1100, VX1100) gehören ebenfalls nicht dazu.
Das M-JET Diagnostic unterstützt alle diese Fahrzeuge. Die App erkennt das Modell selbst und blendet das SCU-Lernen nur dort ein, wo ein RiDE-System verbaut ist.
Wie die Codes aufgeteilt sind
In der Diagnose-Datenbank der Steuergeräte gehören die Codes 150 bis 154 zum RPS, die Codes 157 bis 164 zur SCU. Die Klappe selbst wird über einen Kabelzug bewegt, und die Elektronik meldet, wenn Soll und Ist nicht zusammenpassen. Für die Einordnung heißt das: Ein Code sagt, an welcher Stelle das Steuergerät eine Unstimmigkeit sieht. Er sagt nicht, ob das Teil defekt ist oder ob etwas mechanisch klemmt.
Neben 159 tauchen in Berichten auch 157 und 163 auf, und die Ursachenliste ist dieselbe. Das Hauptproblem ist selten die Elektronik, sondern dass ein Hebel, ein Kabel oder ein Stecker nicht mehr dort sitzt, wo das System ihn erwartet.
Die Nummern können je Steuergeräte-Generation und je Quelle abweichen. Nennt dein Handbuch oder ein Forum eine andere Zahl, gilt die Beschreibung in der App.
Was Besitzer als Ursache finden
Gerade bei Code 159, der die Rückwärtsklappe betrifft, wird in Foren häufig von ganz banalen Dingen berichtet. Die Reihenfolge, in der ich vorgehen würde:
- Ein Zurrgurt, der quer zwischen den Heckösen gespannt ist und auf Klappe oder Gestänge drückt.
- Fremdkörper an der Klappe, etwa Leinenreste im Gelenk.
- Eine leicht verbogene Stange. Das reicht schon, damit die Position nicht mehr stimmt.
- Der Stecker am RiDE-Hauptkabelbaum: ausstecken, ansehen, reinigen, wieder fest einstecken.
- Relais und Sicherung.
- Die Einstellung des Kabelzugs.
Erst wenn das alles passt, wird die SCU selbst interessant. Ein neues Steuergerät auf Verdacht zu bestellen ist die umständliche Art, einen Fehler zu suchen, und es behebt einen verbogenen Hebel nicht.
Löschen und Lernen
Bevor du einen RiDE-Eintrag löschst, gehört die Ursache gefunden. Zum Zurücksetzen: Motor aus, Lanyard ziehen, 30 Sekunden warten, neu starten. Kommt der Code sofort wieder, hast du die Ursache nicht erwischt. Aus der App heraus geht das Löschen ebenfalls, wie bei Fehlerspeicher löschen beschrieben. Den Code vorher notieren, sonst fehlt dir der Vergleich.
Das SCU-Initiallernen ist für den Fall gedacht, dass die SCU ersetzt wurde. Gegen einen schwergängigen Zug oder einen schlechten Stecker bringt es nichts. Wer es trotzdem startet, hat danach dasselbe Problem mit frisch gelernten Werten. Wann es gebraucht wird, steht auf der Seite zum SCU-Initiallernen bei RiDE.
Was die App nicht erkennt
Eine verbogene Mechanik an der Klappe sieht keine Diagnose. Ebenso wenig einen Fremdkörper im Gelenk oder einen Zug, der nur schwergängig ist. Das M-JET Diagnostic liefert die Codes im Klartext mit Prüfschritten und in den Live-Daten die Werte der Schalter und Sensoren. Wackelt dort etwas, sobald du am Kabelbaum rüttelst, hast du die Stelle gefunden. Wackelt nichts und steht kein Code im Speicher, geh mit Taschenlampe und Schraubenschlüssel ans Heck und sieh dir Klappe, Stange und Zug an, bevor du etwas bestellst.