Du bist gekentert, hast das Boot wieder aufgerichtet, und der Motor ist aus oder springt nicht gleich an. Das ist zunächst kein Defekt, sondern Absicht: Der Neigungsschalter merkt, dass das Fahrzeug nicht mehr aufrecht liegt, und das Steuergerät stellt den Motor ab. Beim SuperJet, den du stehend fährst, gehört das zum Alltag. Bei den Sitzmodellen passiert es nach einem Sturz oder bei starker Schräglage. Verbaut ist der Schalter bei allen Viertaktern, die das M-JET Diagnostic unterstützt, vom FX140 (ab 2002) bis zum aktuellen JetBlaster.
Welche Nummer du siehst
In der Diagnose-Datenbank steht der Neigungsschalter bei Generation A (FX140, FX1000, FX1100, GP1300R) unter Code 71. Bei Generation B, also der VX1100 ab 2005 und allen neueren Modellen, ist es Code 47. Andere Quellen, etwa ein Forum oder ein Handbuch, nennen teils abweichende Nummern. Im Zweifel zählt die Klartextbeschreibung in der App.
Ein gespeicherter Eintrag ist noch kein Defekt
Wenn du gekentert bist oder das Fahrzeug länger stark geneigt lag, kann ein Eintrag schlicht heißen, dass der Schalter seine Arbeit gemacht hat. Dann notierst du ihn, löschst den Speicher, machst ein paar Starts und siehst nach, ob er zurückkommt. Kommt er nicht, war es der Sturz.
Anders sieht es aus, wenn der Motor ohne Kippen ausgeht oder der Eintrag nach dem Löschen sofort wieder da ist. Achte darauf, wann er erscheint: direkt nach einem Sturz, oder auch nach einer ruhigen Fahrt auf glattem Wasser. Im zweiten Fall ist der Schalter nicht der Auslöser, sondern das Opfer eines Wackelkontakts, und dann lohnt der genauere Blick.
Den Schalter live ansehen
In den Live-Daten steht der Schalterstatus. Steht das Fahrzeug gerade, muss der Schalter „nicht gekippt“ melden. Zeigt er etwas anderes oder wechselt er hin und her, sobald du am Stecker wackelst, liegt das Problem am Schalter oder an der Verbindung. Hier greift ein Punkt, der in Foren oft genannt wird: Nach einem Kentern ist Wasser am Stecker keine Seltenheit, und korrodierte Stecker können Fehler machen, ohne dass ein Code gespeichert wird. Reinigen und sauber wieder einstecken hilft häufig.
Zeigt die App den Status bei deinem Modell live, kannst du mit einem Helfer das Boot vorsichtig zur Seite neigen und zusehen, ob der Wert umschlägt und beim Aufrichten zurückkommt. Bleibt er in einer Stellung hängen, ist der Schalter mechanisch oder elektrisch am Ende.
Wenn nach dem Kentern gar nichts mehr geht
Springt ein SuperJet oder ein anderes Modell nach dem Kentern nicht mehr an, ist der Neigungsschalter nur ein Kandidat von mehreren. Genauso kommen in Frage:
- die Batterie: Spannung bei Zündung an in den Live-Daten ansehen, in Ruhe sollten etwa 12,5 V anliegen
- der Notstopp-Schalter und das Lanyard, das gesteckt sein muss
- ein nasser Stecker an anderer Stelle als am Schalter
- eine Komponente, die beim Aufschlag etwas abbekommen hat
Mit dem Bauteiltest für Zündspulen, Einspritzdüsen und Kraftstoffpumpe siehst du, ob die Komponenten sich überhaupt ansteuern lassen. Beim Pumpentest im Boot: gute Belüftung, keine Zündquellen in der Nähe.
Was die App zeigt und was nicht
Das M-JET Diagnostic zeigt dir, ob das Steuergerät den Schalter kippend oder aufrecht sieht, welche Einträge gespeichert sind und ob die Bauteile ansteuerbar sind. Es zeigt nicht, ob Wasser in den Ansaugtrakt oder in den Brennraum gelangt ist, und auch nicht, ob mechanisch etwas Schaden genommen hat. Kompressionsverlust bleibt unsichtbar. Wer nach einem Kentern Zweifel hat, ob der Motor gesund ist, kommt um eine mechanische Kontrolle nicht herum.
Weitere Ansatzpunkte, wenn der Motor gar nicht erst läuft, stehen auf der Seite Yamaha WaveRunner springt nicht an.