Ein Boot fällt am ersten Wochenende aus, ein zweites zeigt im Juli die Motorwarnung, und keiner weiß, was beim letzten Mal war. Bei Verleihstationen und Vereinen mit mehreren Yamaha-Viertaktern liegt das selten an den Booten, sondern daran, dass nichts aufgeschrieben wird. Eine feste Routine pro Boot, vor und nach der Saison, löst einen guten Teil davon.
Was du pro Boot festhältst
Eine Karte oder eine Tabellenzeile je Fahrzeug reicht. Darin stehen Modell und Baujahr, Motor-Seriennummer, Motorstunden gesamt und das Datum der letzten Prüfung. Seriennummer, SCC-Code, ECM-Teilenummer und Software-Stand liest die App direkt aus dem Steuergerät. Das spart den Blick aufs Typenschild, wenn zwei Boote im Verein dasselbe Modell sind und nur das Steuergerät verrät, welches welches ist.
Die Reihenfolge am Boot
- Fehlerspeicher lesen und jeden Eintrag notieren, bevor etwas gelöscht wird. Auch alte Einträge sagen etwas: Taucht dieselbe Nummer zum dritten Mal auf, ist es kein Zufall mehr.
- Stunden je Drehzahlbereich ansehen. Das Steuergerät speichert sechs Bereiche bis 12000 U/min, bei der GP1300R vier Bereiche bis 8000. Ein Boot, das fast nur im oberen Bereich lief, wurde anders gefahren als eines, das gemütlich bewegt wurde. Der Stundenzähler im Display ist laut Foren nicht immer verlässlich, der Wert im Steuergerät ist die bessere Spur.
- Batteriespannung in den Live-Daten: In Ruhe liegen bei gesunder Batterie etwa 12,5 V an. Einbrüche beim Starten fallen auf, bevor das Boot am Steg liegen bleibt.
- Einzeltests für Zündspulen und Einspritzdüsen je Zylinder und für die Kraftstoffpumpe. Bei Dreizylindern sind das sieben Komponenten, bei Vierzylindern neun.
- Wartungs- und Spülwarnung sowie das Ölwechsel-Intervall zurücksetzen, wo das Modell die Funktion bietet, und zwar erst nach dem Wechsel oder dem Spülen.
Vor und nach der Saison
Zum Saisonende gehört der Speicherstand: Was hat sich im Sommer angesammelt? Zum Saisonstart dieselbe Abfrage noch einmal, dazu Batterie und Einzeltests. Wer im Salzwasser fährt, setzt nach dem Spülen die Spülwarnung zurück, wo das Modell sie bietet, und notiert das gleich auf der Karte. Neue Einträge zwischen beiden Terminen deuten auf Probleme hin, die im Winter nicht von selbst verschwinden. Fällt vor dem Start auf, dass bei einem Boot eine Zündspule nicht anspricht, kostet dich das einen Nachmittag in der Halle und nicht den Eröffnungstag.
Wiederkehrende Meldungen bei einem bestimmten Boot lassen sich mit einer Messfahrt klären. Der Datenlogger zeichnet Werte auf, die du hinterher in Ruhe ansiehst, statt während der Fahrt aufs Display zu schauen. Sitzt ein Mieter am Lenker, ist das oft der einzige Weg, ein sporadisches Problem überhaupt zu fassen.
Ein Dongle, mehrere Boote
Das M-JET Diagnostic gibt es in Varianten für 1, 3, 5 oder unlimitierte Fahrzeuge. Die App erkennt bei jedem Boot das Modell selbst, das gilt auch für gemischte Flotten aus VX, EX, SuperJet und anderen Typen. Mehr zum Thema Diagnose für Verleih und Flotte steht auf der Themenseite.
Wo die Routine endet
Die Diagnose erkennt keine Kavitation, keinen Verschleiß am Impeller, keine verstopften Kühlkanäle und keinen Fremdkörper im Einlass. Gerade bei Booten, die häufig im flachen Wasser unterwegs sind, gehören deshalb ein Blick auf Einlassgitter und Pumpe und der Wasseraustritt am Prüfröhrchen zur Routine, auch wenn die App nichts meldet. Dasselbe gilt für den Ölstand. Den prüfst du nicht per Diagnose, sondern mit dem Stab auf ebenem Boden, bei TR-1-Motoren erst nach etwa sechs Minuten Laufzeit. Ein zu hoher Stand kostet Drehzahl und bringt Öl in den Luftfilter, und das sieht die App nicht.