Die VX110 oder VX1100 (2005 bis 2015, MR-1-Vierzylinder mit 1052 cm³) dreht auf dem Wasser nicht über etwa 5000 U/min, aber im Stand an Land geht sie problemlos auf 8000. So beschreibt es ein Besitzer einer VX1100 von 2006. Weil an Land alles normal wirkt, wird oft zuerst der Sensor verdächtigt. Vorher solltest du drei einfachere Dinge abhaken.
Ist ein Modus aktiv?
Zwei Funktionen begrenzen die Drehzahl absichtlich und wirken wie ein Defekt: der Lernmodus (L-Mode) und der No-Wake-Schalter. Beide halten die Leistung klein, der Motor selbst ist in Ordnung. Wer das Boot gebraucht gekauft oder verliehen hat, sollte zuerst klären, ob einer dieser Modi eingeschaltet ist.
In den Live-Daten von M-JET Diagnostic (unterstützt die VX110 und VX1100 mit allen Varianten) sieht man den Schalterstatus. Ist der No-Wake-Schalter aktiv, obwohl du ihn nicht gedrückt hast, deutet das auf Schalter oder Stecker. Die Nummern der Fehlercodes unterscheiden sich je Generation und Quelle, die Beschreibung in der App gilt.
Warum die Drehzahl an Land höher ist
Im Stand an Land arbeitet der Motor ohne Last. Auf dem Wasser kommt die Last der Pumpe dazu, und ein Motor, der aus irgendeinem Grund zu wenig Luft bekommt, schafft sie nicht mehr. Das passt zum Bild eines Luftfilterkastens, der mit Öl vollgesogen ist. Aus einem Forum ist genau das nach einem überfüllten Ölwechsel bekannt: Der Motor lief im Stand sauber, hing auf dem Wasser aber bei 5000.
Das ist ein Einzelfall, aber ein plausibler. Zu viel Öl im Motor kann Öl in den Ansaugtrakt bringen, und ein vollgesogener Filter nimmt dem Motor die Luft. Ein Diagnosegerät sieht weder den Ölstand noch einen nassen Luftfilter. Kontrolliere beides mit den Augen: Ölstand auf ebenem Boden und nach dem Laufen, dann den Luftfilterkasten öffnen und hineinsehen. Ist dort Öl, muss es raus, bevor du weiter suchst.
Drosselklappe und Gashebel
Die VX1100 hat eine elektronische Drosselklappe (ETV) mit Sensoren an der Klappe (TPS) und am Gashebel (APS). Die Signale müssen zueinander passen. Beim langsamen Durchtreten des Gashebels sieht man im Livewert, ob beide gleichmäßig mitgehen. Ein Wert, der stehen bleibt oder springt, deutet auf Kontakt oder Sensor. Die Codes dazu liegen in den Bereichen 112 bis 145 (Antrieb), 124 bis 128 (TPS) und 131 bis 135 (APS).
Sind die Signale sauber und der Speicher ohne Drosselklappen-Eintrag, bleibt der Verdacht bei Luft und Last. Sicher ist das nicht, aber die Suche verschiebt sich vom Sensor weg zur Mechanik.
Was die Aufzeichnung auf dem Wasser verrät
An Land siehst du nur, was der Motor ohne Last tut. Auf dem Wasser zeichnest du Drehzahl, Drosselklappenwinkel und Ansaugdruck zusammen auf. Steht die Klappe bei Vollgas nicht weit offen, begrenzt die Elektronik, und du suchst bei Modus, Sensor oder Gashebel. Geht die Klappe voll auf und die Drehzahl bleibt trotzdem bei 5000, fehlt dem Motor Luft oder die Last ist zu hoch. Das trennt zwei völlig verschiedene Fehlerkreise voneinander, und beide Werte liefert die App.
Reihenfolge
- Modus klären: L-Mode und No-Wake.
- Fehlerspeicher lesen, Codes notieren.
- Ölstand und Luftfilterkasten ansehen.
- Drosselklappe und Gashebel im Livewert beobachten.
- Bei Bedarf die Fahrt aufzeichnen, siehe Datenlogger und Messfahrt.
Läuft der Motor danach an Land hoch und auf dem Wasser nicht, vergleichst du in der Aufzeichnung Drehzahl und Ansaugdruck. Fällt der Ansaugdruck auf dem Wasser ab oder bleibt flach, bekommt der Motor zu wenig Luft, und das Gespräch dreht sich wieder um Filter und Ansaugweg.