Ein einziger Vergleich im Stand sagt dir, ob der Ansaugdrucksensor plausible Werte liefert. Eine Probefahrt brauchst du dafür nicht, nur Zündung an und Motor aus. Der Test gilt für alle Modelle ab der VX1100 (2005) und neuer, also für Fahrzeuge mit Steuergerät der Generation B: VX1100, VXR und VXS, die 1.8-Liter-Reihe mit und ohne Lader, TR-1-Dreizylinder und die 1,9-Liter-Modelle ab 2024.
Der Test
- Dongle am Diagnoseanschluss, App verbinden, das Modell wird erkannt.
- Zündung an, Motor bleibt aus.
- In den Live-Daten Ansaugdruck und Luftdruck nebeneinander ansehen.
Ohne laufenden Motor gibt es nichts, was im Ansaugtrakt einen anderen Druck erzeugt als draußen. Der Ansaugdruck muss deshalb ungefähr dem Luftdruck entsprechen. Wie hoch beide Werte genau liegen, hängt vom Wetter und von der Höhe ab, auf der du stehst. Wichtig ist nur, dass sie dicht beieinander liegen.
Was eine Abweichung bedeutet
Liegt der Ansaugdruck deutlich neben dem Luftdruck, obwohl der Motor steht, stimmt einer der beiden Sensoren nicht, oder die Verbindung zum Steuergerät hat ein Problem. Dazu kann Code 29 (Ansaugdrucksensor) im Speicher stehen. Ein schwankender Wert bei ruhendem Motor spricht eher für einen schlechten Kontakt, ein konstant falscher Wert eher für den Sensor selbst. Das sind Einschätzungen, kein Beweis, aber sie bewahren dich oft davor, das falsche Teil zu tauschen.
Passen beide Werte zusammen, ist der Sensor im Stand in Ordnung. Das klingt unspektakulär, schließt aber einen Verdächtigen aus, und bei Leistungsverlust oder unruhigem Lauf gibt es davon genug.
Nebenluft braucht eine Messfahrt
Zu den Codes gehört auch 63, Ansaugsystem, der bei unregelmäßiger Ansaugluft auftritt. Er ist ab etwa 2014/15 in den Steuergeräten zu finden. Nebenluft, also Luft, die an der falschen Stelle in den Ansaugtrakt gelangt, zeigt sich im Stand-Test nicht, weil dort kein Unterdruck entsteht. Bei laufendem Motor liegt der Ansaugdruck im Leerlauf deutlich unter dem Luftdruck. Für die Nebenluftsuche zeichnest du Leerlauf und Last auf und vergleichst den Ansaugdruck mit Gasstellung und Drehzahl. Sprünge, die nicht zum Gas passen, sind ein Hinweis. Mehr zu dem Thema steht auf der Seite Ansaugluft- und Ansaugdrucksensor Fehler.
Ansauglufttemperatur gleich mitnehmen
Wenn du schon in den Live-Daten bist, schau auch auf die Ansauglufttemperatur (Code 23). Bei kaltem Motor sollte sie nahe an der Umgebungstemperatur liegen. Ein Wert, der ganz woanders steht, ist genauso ein Plausibilitätsproblem wie ein falscher Druck.
Wann der Test sich lohnt
Immer dann, wenn du bei Leistungsverlust, unruhigem Lauf oder einem Code 29 nicht weißt, wo du anfangen sollst. Der Test dauert zwei Minuten, kostet nichts außer Zeit und liefert eine klare Aussage. Auch beim Gebrauchtkauf ist er ein ehrlicher erster Blick, weil ein Sensor, der im Stand schon danebenliegt, kein gutes Zeichen ist.
Bei den aufgeladenen Modellen FZR, FZS und SVHO hängt an diesem Sensor außerdem die Beurteilung des Laders. Zeigt er im Stand das Richtige, ist ein niedriger Ansaugdruck unter Last glaubwürdiger, und du kannst dich auf die mechanische Seite konzentrieren.
Was der Test nicht kann
Der Stand-Test sagt nichts darüber, wie sich der Sensor unter Last verhält, ob die Drosselklappe sauber öffnet oder ob der Lader bei FZR, FZS und SVHO arbeitet. Beim Verdacht auf den Lader ist der Ansaugdruck ein wichtiger Wert, aber einen Laderschaden beweist er nicht. Eine verstopfte Kühlung, ein verschlissener Impeller oder ein ölgetränkter Luftfilter bleiben ebenfalls unsichtbar.
Das M-JET Diagnostic unterstützt 37 Yamaha-Viertakter der Serien FX, VX, GP, EX und FZ sowie SuperJet und JetBlaster. Für den Test brauchst du ein Modell ab der VX1100 aufwärts. Bei den älteren MR-1-Modellen FX140, FX1000, FX1100 und GP1300R gibt es in der Datenbank einen Luftdruck-Code (41, bei der GP1300R 34), aber keinen Ansaugdrucksensor-Code 29.