Kurze Runden vor dem Steg gehen ohne Probleme, nach einer langen Tour fängt die EX an zu piepen, die Drehzahl wird gedrosselt, und du schleichst zurück. Das betrifft EX, EX Sport, EX Deluxe und EX Limited ab 2017, Dreizylinder mit 1049 cm³ (TR-1). In Foren wird häufig davon berichtet, und zwar vor allem auf langen Fahrten, bei ruhigem Wasser kaum.
Wasserweg zuerst, Sensor danach
Das Muster, das Besitzer beschreiben, ist meist ein Strömungsproblem. Gemeint sind Kavitation an der Pumpe, Fremdkörper im Einlassgitter, ein angeschlagener Impeller, eine verstopfte kleine Kühlwasserbohrung oder zugesetzte Krümmer nach schlechtem Spülen. Ein Sensorfehler kommt erst danach in Betracht. Eine einfache Probe: Tritt das Wasser hinten aus, aber nicht vorn am Prüfröhrchen, ist der Weg zu.
Wer sofort Sensoren tauscht, behebt dann oft nichts. Das Handbuch der EX nennt bei Übertemperatur und bei Öldruckwarnung dieselbe Abhilfe, nämlich den Einlass reinigen und abkühlen lassen. Beide Warnungen reduzieren die Drehzahl automatisch und teilen sich bei einigen Yamaha den Ton.
Den Verlauf aufzeichnen
Dass es erst nach langer Fahrt passiert, hilft der Diagnose: Du kannst den Weg bis zum Alarm ansehen. Das M-JET Diagnostic unterstützt die EX-Reihe und zeichnet auf einer Messfahrt die Livewerte auf. Sinnvoll sind Motortemperatur, Krümmer-Wassertemperatur, Drehzahl und Batteriespannung. Fällt die Spannung gegen Ende der Tour ab, ist das ein eigener Befund und hat mit dem Kühlwasser nichts zu tun. Wie du die Fahrt anlegst, steht unter Datenlogger und Messfahrt.
- Vor der Fahrt den Speicher lesen und notieren, nicht löschen.
- Aufzeichnung starten und so lange und so fahren, wie das Problem sonst auftritt. Eine kurze Runde bringt nichts, wenn der Alarm sonst erst spät kommt, denn dann fehlt dir genau der Abschnitt, der interessiert.
- Am Steg die Kurve ansehen: Wann beginnt der Anstieg, wie steil verläuft er, was macht die Drehzahl, und wo setzt der Notlauf ein?
Wie du die Kurve deutest
Am Motor gibt es drei Geber: den Thermosensor am Krümmer (Code 65), den Motortemperatursensor (Code 15) und einen Thermoschalter. Nummern aus Foren und Handbüchern weichen mitunter ab, maßgeblich ist die App-Beschreibung. Für den Wasserweg spricht es, wenn die Temperaturkurven mit der Fahrzeit steigen, der Alarm an derselben Stelle der Tour wiederkehrt und der Notlauf erst bei hohen Werten einsetzt. Für Sensor oder Schalter spricht es, wenn die Werte nie hoch kommen und der Alarm trotzdem ertönt, oder wenn eine Temperatur sprunghaft auf einen unsinnigen Wert fällt. Kommt beim Prüfröhrchen-Test Wasser an, ist der Weg zumindest grundsätzlich offen, dann rückt der Thermoschalter weiter nach vorn.
Dieselbe Tour noch einmal
Eine einzelne Aufzeichnung sagt wenig, wenn Wind, Wellen und Wassertemperatur andere waren als sonst. Notiere dir bei jeder Fahrt, wie das Wasser war, und fahr dieselbe Tour bei ähnlichen Bedingungen noch einmal. Kommt der Alarm bei ruhigem Wasser nicht, bei Wellengang aber schon, spricht das eher für den Wasserweg als für einen Sensor. Zwischen den Fahrten gehört ein Blick ins Einlassgitter dazu, weil sich dort Fremdkörper festsetzen können, die die Kurve verändern.
Was die App nicht erkennt
Kavitation, Impeller und Wear-Ring, Fremdkörper im Einlass und verstopfte Kanäle zeigt keine Diagnose. Dafür musst du hinsehen: Einlassgitter und Pumpenraum, Prüfröhrchen und Wasseraustritt. Beim Testen an Land läuft der Motor nie ohne Wasserzufuhr. Und kommt unterwegs der Alarm, geh vom Gas und lass den Motor abkühlen, so wie es das Handbuch sagt.
Zur Reihe gehört auch EX: Überhitzung, Notlauf, Kavitation oder Sensor.