Seit 2024 gibt es den FX HO, den GP HO und den VX Cruiser HO mit einem 1898-cm³-Motor, kurz 1,9 Liter, ohne Lader. Wer von einem 1,8-Liter-Modell umsteigt, fragt sich, ob die alten Erfahrungen mit Fehlercodes noch gelten. Größtenteils ja, mit einer Ausnahme. Vorher ein Irrtum, der in Suchanfragen gelegentlich auftaucht.
Einen aufgeladenen 1,9-Liter gibt es nicht
Der SVHO bleibt der aufgeladene 1,8-Liter. Die neuen Modelle sind reine HO-Motoren ohne Kompressor. Das ist wichtig, weil alles, was über Ladekupplung, Ladedruck und Hitzestau durch die Aufladung berichtet wird, für die 1,9-Liter-Modelle nicht gilt. Wer die Erfahrungen der FZR-, FZS- und SVHO-Besitzer überträgt, landet bei der falschen Diagnose.
Was gleich bleibt
- Die Codes folgen der Logik der Generation B, die schon beim VX1100 ab 2005 und bei allen 1,8-Liter-Modellen galt. Die Nummern für Motortemperatur (15), Ansauglufttemperatur (23), Ansaugdruck (29) und die elektronische Drosselklappe findest du wieder.
- Der Klopfsensor (Code 17) ist an Bord, wie bei den großen Motoren davor. Die Dreizylinder mit 1049 cm³ haben keinen.
- Live-Daten, Einzeltests für Spulen und Düsen sowie das Anlernen von Leerlauf und Drosselklappe laufen im Prinzip wie bei den Vorgängern.
Was neu ist
Das Steuergerät kennt rund 50 Codes. Neu ist ein Thermosensor-Eintrag unter Code 41, den es nur bei den 1,9-Liter-Modellen gibt. In der Diagnose-Datenbank steht er neben der Motortemperatur (15) und der Abgaskrümmer-Wassertemperatur (65). Wie sich der Sensor in der Praxis verhält und wie oft er ausfällt, ist in Foren bisher kaum beschrieben, dafür sind die Modelle zu jung. Wer eine Meldung mit der 41 sieht, sollte sie nicht mit der 15 oder der 65 verwechseln und die Beschreibung in der App lesen.
Dass Nummern je nach Quelle abweichen, ist übrigens kein Sonderfall der neuen Modelle. In einem Forum wird für den Drosselklappensensor eines FX HO die 18 genannt, die Diagnose-Datenbank hat die 24. Display, Handbuch und Forum zählen manchmal anders. Entscheidend ist immer der Klartext in der App.
Was Umsteiger von den 1,8-Liter-Modellen mitbringen
Bei den 1,8-Liter-Modellen gibt es drei Temperaturgeber: den Thermosensor am Abgaskrümmer (Code 65), einen Thermoschalter und den Motortemperatursensor (Code 15). Meldet keiner der Sensoren etwas und der Alarm ertönt trotzdem, fällt der Verdacht in Foren auf den Thermoschalter. Beim neuen Thermosensor mit Code 41 kann niemand sagen, ob das Bild genauso aussieht. Die Logik bleibt sinnvoll, die Gewissheit fehlt.
Was die Diagnose hier zeigt und was nicht
Das M-JET Diagnostic unterstützt die 1,9-Liter-Modelle ab 2024. Die App erkennt das Fahrzeug selbst und zeigt nur Funktionen, die es hat. Ob ein bestimmtes Modell mit RiDE, SCU und RPS ausgerüstet ist, sagt dir deshalb die App und nicht eine Vermutung aus einer Tabelle. Du liest Fehler im Klartext, siehst Temperaturen, Zündzeitpunkt und Ansaugdruck live und testest Bauteile einzeln.
Unsichtbar bleibt, was mechanisch ist: ein zugesetzter Wasserweg, ein angeschlagener Impeller, Fremdkörper im Einlass. Bei den 1,8-Liter-Modellen galt in Foren bei Überhitzungsalarmen die Reihenfolge Wasserweg vor Sensor. Ob das bei den neuen Motoren genauso ist, weiß bisher niemand sicher, aber als Ausgangspunkt taugt es. Mit dem Thermosensor (Code 41) kommt ein weiterer Verdächtiger hinzu, der nicht automatisch der erste ist.
Womit du anfängst
Bei einer ersten Meldung liest du den Speicher und notierst ihn, bevor du etwas löschst. Danach hilft der Vergleich der Temperaturwerte in den Live-Daten. Eine Übersicht zu diesen Modellen findest du bei der Diagnose der 1,9-Liter-Modelle, die Einordnung der neuen Meldung unter Thermosensor-Meldung Code 41.