Mittags läuft die Maschine sauber, am Nachmittag geht die Motorwarnung an, und nach der Pause am Steg ist alles wieder normal. Hinter solchen Fehlern, die kommen und gehen, steckt im Salzwasserbetrieb erstaunlich oft ein Kontaktproblem und kein toter Sensor. Das betrifft alle Yamaha-Viertakter von der FX140 (2002) bis zur 1,9-Liter-Generation ab 2024. Das M-JET Diagnostic unterstützt 37 Modelle der Serien FX, VX, GP, EX und FZ sowie SuperJet und JetBlaster, und die Suche läuft bei allen nach demselben Muster.
Warum ein sporadischer Fehler so schwer zu fassen ist
Das Steuergerät trägt einen Fehler ein, sobald ein Signal wegbricht oder nicht mehr plausibel ist. Ein korrodierter Stecker liefert aber nur zeitweise schlechten Kontakt, etwa wenn der Motor warm ist und vibriert. An Land, im Stand, ist das Signal dann wieder da. In Foren wird häufig berichtet, dass eine Motorwarnung ohne jeden Code aufleuchtet und dass es oft schon hilft, die Stecker zu reinigen. Manchmal steht trotzdem ein Eintrag im Speicher. Deshalb kommt das Auslesen vor dem Teiletausch.
Wo es in den Berichten am häufigsten sitzt
Der Spannungsregler samt Gleichrichter sitzt ungünstig und korrodiert. Bei der VX1100 ist das ein bekanntes Thema. Bei einer FX140 berichtet ein Besitzer von Alarm und Startproblemen aus genau diesem Grund, das ist ein Einzelfall. In der App zeigt sich so etwas als zu niedrige Batteriespannung bei laufendem Motor, mehr dazu steht unter Batteriespannung und Ladesystem prüfen.
Der Notstopp-Schalter am linken Lenker kann ebenfalls korrodieren. Dann stellt er den Motor ab, obwohl niemand etwas gedrückt hat, oder er stellt ihn nicht ab, wenn du es willst. Bei der VX 2021 ist das bekannt. In den Live-Daten steht der Schalterstatus: Betätigst du den Schalter und schaust zu, siehst du, ob der Status sauber wechselt oder flackert.
Vorgehen mit der App
- Fehlerspeicher auslesen und jeden Eintrag aufschreiben, auch den, der unwichtig klingt. Die Nummern weichen je nach Steuergerät ab: Der Impulsgeber ist bei den neueren Modellen Code 13, bei FX140, FX1100 und GP1300R Code 19. Im Zweifel zählt die Beschreibung in der App.
- Zündung an, Motor aus, die Live-Daten öffnen und Batteriespannung und Schalterstatus ansehen. Etwa 12,5 Volt in Ruhe sind ein normaler Wert.
- Am verdächtigen Strang vorsichtig an Kabelbaum und Steckern bewegen und dabei den Wert beobachten. Springt er, hast du die Stelle gefunden.
- Stecker öffnen, auf grünliche oder weiße Beläge achten, reinigen, trocknen lassen, wieder fest einstecken.
Läuft der Motor dabei, dann nur mit Wasserzufuhr, nie trocken an Land.
Spülen löst nicht alles
Das Spülen nach der Fahrt hält das Salz aus den Kühlwegen. In Foren wird häufig berichtet, dass zugesetzte Krümmer nach schlechtem Spülen die Überhitzungswarnung auslösen, ohne dass der Temperatursensor schuld wäre. Gegen korrodierte Stecker hilft Spülen dagegen nicht, die sitzen außerhalb des Wasserwegs. Bei Modellen mit Wartungs- oder Spülwarnung kannst du die Anzeige nach erledigter Arbeit in der App zurücksetzen. Die Funktion gibt es nur, wo das Modell sie bietet, und die App zeigt sie dir entsprechend an.
Was die Diagnose nicht sieht
Ein korrodierter Stecker, der gerade Kontakt hat, erzeugt keinen Code und keinen auffälligen Wert. Dann bleibt nur die Sichtprüfung. Auch Beläge im Inneren eines Steckers siehst du erst, wenn du ihn aufmachst. Die App engt die Suche ein, den Stecker prüfst du selbst.
Als Reihenfolge hat sich bewährt: erst Speicher lesen und notieren, dann Ladespannung und Schalterstatus, danach die Stecker der Bauteile, die im Speicher auftauchen.