Der Motor läuft auf einem Zylinder weniger, stottert beim Beschleunigen oder will nicht anspringen, und ein Code im Speicher fehlt oder ist unspezifisch. Dann geht es um die Frage, ob Zündspule oder Einspritzdüse eines Zylinders ausfällt. Das M-JET Diagnostic kann beides je Zylinder einzeln ansteuern, ebenso die Kraftstoffpumpe. Das gilt für alle unterstützten Modelle (FX, VX, GP, EX, FZ, SuperJet, JetBlaster, Viertakter ab 2002), je nachdem, was das Fahrzeug an Bauteilen hat.
Wie viele Bauteile es sind
Ein Dreizylinder (TR-1 mit 1049 cm³ bei VX, EX, SuperJet und JetBlaster, außerdem die GP1300R) hat drei Spulen, drei Düsen und eine Pumpe, zusammen sieben Komponenten. Bei den meisten Vierzylindern sind es neun. Die frühen FX-Modelle (FX140, FX1000, FX1100, 2002 bis 2008) machen eine Ausnahme: Sie haben nur zwei Zündspulen für je zwei Zylinder, die Paare sind 1 und 4 sowie 2 und 3, dazu vier Düsen. Fällt dort eine Spule aus, fehlen gleich zwei Zylinder, und das sieht wie ein größerer Defekt aus. Die App zeigt dir bei der Testauswahl nur, was dein Modell wirklich hat.
Vorgehen
- Zuerst Speicher auslesen und Batteriespannung ansehen. Ein schwaches Bordnetz lässt Spulen und Düsen schlecht aussehen, ohne dass sie defekt sind.
- Bauteiltest öffnen und mit der Pumpe beginnen. Sie sollte hörbar anlaufen.
- Dann Düse für Düse, Zylinder für Zylinder, jeweils einzeln auslösen. Achte darauf, ob sie klickt oder spürbar reagiert.
- Danach die Spulen, ebenfalls nacheinander.
- Vergleiche die Zylinder untereinander. Reagiert einer anders als die übrigen, ist er dein Kandidat. Beim Dreizylinder lässt sich der Verdacht gut bestätigen, indem du die Spule mit der eines gesunden Zylinders tauschst und beobachtest, ob das Problem wandert.
Beim Test mit Kraftstoffsystem gilt: gute Belüftung, keine Zündquellen in der Nähe. Und der Motor läuft an Land nie ohne Wasserzufuhr.
Was der Test sagt und was nicht
Er zeigt, dass ein Bauteil ansteuerbar ist und reagiert. Ein reiner Pumpentest sagt dir nur, dass die Pumpe läuft, nicht ob sie genug fördert. Das ist wichtig, weil eine müde Pumpe ähnliche Symptome macht wie ein Zylinder, der aussetzt. Auch der Zustand der Zündkerzen ist kein Messwert, und eine Kerze mit festsitzendem Gewinde erkennst du erst beim Ausbauen. Genau wie Kompressionsverlust sieht die App ihn nicht. Hast du bei einem Zylinder Zweifel an der Mechanik, hilft ein Kompressionstest mehr als jede Elektronik.
Der Vergleich ist die eigentliche Methode
Die Einzelansteuerung liefert keinen Messwert mit Sollbereich, den du ablesen könntest. Ihr Nutzen liegt im Vergleich: drei gleiche Bauteile, und eines verhält sich anders. Deshalb teste jeden Zylinder, auch die, die unverdächtig sind, und gib dem Ergebnis erst dann Gewicht, wenn du alle gesehen hast. Bei den FX-Vierzylindern mit Spulenpaaren vergleichst du die zwei Paare miteinander, 1 mit 4 gegen 2 mit 3, und schaust, ob eines der beiden Paare auffällt.
Wenn alles gut aussieht
Dann liegt es wahrscheinlich an etwas anderem. Ein kontaktschwacher Stecker an einer Düse klappt beim Einzeltest vielleicht, fällt aber unter Vibration aus. In diesem Fall hilft eine aufgezeichnete Messfahrt, oder du prüfst die Stecker an den betroffenen Bauteilen und reinigst sie. Auch ein überfüllter Ölstand kostet bei den TR-1-Motoren Drehzahl und sieht von außen wie ein Zündungsproblem aus. Die Diagnose erkennt ihn nicht.
Weitere Hintergründe zu den Prüfungen stehen unter Zündspule und Einspritzdüse prüfen. Wenn der Motor gar nicht anspringt, ist Springt nicht an der bessere Einstieg, weil dort Relais, Pumpe und Spannung zuerst drankommen.