Du fährst den SuperJet 4-Takt (ab 2021, 1049 cm³, drei Zylinder) am liebsten nah am Ufer, über Sandbänke und durch flache Buchten. Irgendwann piept es, die Temperaturwarnung geht an und die Drehzahl wird gedrosselt. Kommt die Warnung vor allem dort, wo der Grund nah ist, und bleibt auf tiefem Wasser aus, spricht das gegen einen defekten Sensor. Es spricht für ein Kühlwasserproblem.
Was im Flachwasser am Einlass passiert
Die Pumpe saugt das Kühlwasser durch das Einlassgitter unter dem Rumpf an. Sand, kleine Steine oder Pflanzenreste setzen das Gitter zu oder gelangen in die Pumpe, und es kommt weniger Wasser an. Für Yamaha-Jets mit diesem Aufbau wird in Foren häufig ein bestimmtes Muster beschrieben, das du auch ohne Messgerät kennen solltest: erst ein Fremdkörper im Gitter, dann ein angeschlagener Impeller, Kavitation (die Pumpe zieht Luft statt Wasser) oder eine verstopfte kleine Kühlwasserbohrung. Wer im Salzwasser fährt und nicht gründlich spült, hat zusätzlich das Risiko zugesetzter Krümmer. Der Temperatursensor kommt erst danach an die Reihe.
Ein einfacher Test: Wasser tritt hinten aus, aber vorn am Prüfröhrchen kommt nichts. Dann ist der Weg dazwischen zu. Mach das nur im Wasser. An Land darf der Motor nie ohne Wasserzufuhr laufen.
Was die Temperaturwerte in der App sagen
Das M-JET Diagnostic unterstützt den SuperJet 4-Takt und erkennt das Modell selbst. In den Live-Daten findest du die Motortemperatur (der zugehörige Sensor meldet Fehler als Code 15) und die Wassertemperatur am Abgaskrümmer (Code 65). Nummern können je nach Quelle abweichen, im Zweifel zählt die Beschreibung in der App.
Steigen beide Werte bei normaler Fahrt gemeinsam und langsam an, bekommt der Motor zu wenig Wasser. Ein defekter Sensor verrät sich eher durch einen Wert, der springt oder auf einem unplausiblen Stand hängt, oder durch einen gespeicherten Code. Dazu kommt, dass sich bei einigen Yamaha Temperatur- und Öldruckwarnung denselben Warnton teilen. Beide nehmen die Drehzahl zurück. Ob wirklich die Temperatur schuld ist, siehst du deshalb erst am Verlauf der Werte und am Schalterstatus.
Wenn nur die Leistung fehlt
Der SuperJet hat einen Lernmodus (L-Mode), der die Leistung begrenzt. Wer ihn aktiv hat, hält das schnell für einen Defekt. Mit der Temperatur hat der Modus nichts zu tun. Kommt keine Warnung und die Drehzahl bleibt trotzdem unten, prüf zuerst, ob dieser Modus an ist. Der Neigungsschalter spielt hier keine Rolle, er schaltet den Motor nur beim Kentern ab.
Was die App nicht erkennt
Sand im Gitter, Kavitation, Verschleiß am Impeller und verstopfte Kühlkanäle erscheinen weder als Code noch als Messwert. Die App zeigt nur die Folge: Temperaturen, die schneller steigen als sonst. Ob die Ursache Sand oder ein angeschlagener Impeller ist, klärst du mit den Augen und einer Taschenlampe, nicht per Bluetooth. Der Wert der Diagnose liegt darin, dass du nicht auf Verdacht den Sensor tauschst, obwohl in Wahrheit der Einlass dicht ist.
Reihenfolge am Ufer
- Motor aus, Lanyard ziehen, Einlassgitter ansehen und freimachen.
- Im Wasser kurz laufen lassen und schauen, ob am Prüfröhrchen vorn Wasser kommt.
- App verbinden, den Fehlerspeicher lesen und notieren. Nicht sofort löschen, denn ein gespeicherter Code wie 15 oder 65 hilft dir bei der Einordnung.
- Eine kurze Fahrt im flachen Wasser mit dem Datenlogger aufzeichnen und danach die Kurven von Motor- und Krümmertemperatur vergleichen. Steigt nur eine, schau auf den Sensor. Steigen beide, such den Wasserweg.
Die Besonderheiten dieses Modells stehen auch auf der Seite SuperJet: Überhitzung und Sand im Einlass. Wie du die Temperaturwerte allgemein liest, steht unter Live-Daten auslesen.