Der Anlasser dreht müde, im Display flackert beim Starten etwas, und im Fehlerspeicher stehen plötzlich vier oder fünf Codes, die nichts miteinander zu tun haben. Das kann bei jedem Yamaha-Viertakter passieren, vom FX140 bis zum aktuellen Modell. Bevor du den ersten Sensor bestellst, miss die Spannung. Es kostet zwei Minuten und erspart dir oft die Teilesuche.
Warum eine schwache Batterie viele Fehler erzeugt
Steuergerät, Sensoren, Zündspulen und Pumpe brauchen eine ausreichende Spannung. Fällt sie beim Anlassen stark ab, werden Signale falsch ausgewertet, und es entstehen Einträge, die in Wirklichkeit keinen Defekt anzeigen. Solche Fehler sind sporadisch, schwer nachzuvollziehen und können nach dem Laden der Batterie wieder verschwinden. Wer bei jedem Eintrag das passende Teil kauft, tauscht gesunde Sensoren.
Welcher Wert in der App zählt
In den Live-Daten steht die Batteriespannung. Bei Zündung an und Motor aus liegt sie in Ruhe bei etwa 12,5 V. Deutlich darunter ist die Batterie entladen oder alt. Interessanter ist der Verlauf beim Anlassen: Bricht die Spannung dabei stark ein, deutet das auf eine schwache Batterie oder auf schlechte Kontakte an den Polen und Steckern. Wer das sehen will, zeichnet den Startvorgang mit dem Datenlogger auf und liest die Kurve danach in Ruhe aus.
Bei laufendem Motor muss der Wert über dem Ruhewert liegen, sonst lädt nichts nach. Bleibt er niedrig, liegt der Verdacht beim Ladesystem und nicht mehr bei der Batterie.
Die Codes dazu
Die Batteriespannung hat eigene Codes. Bei den neueren Steuergeräten (Generation B, also VX1100 ab 2005 und alle jüngeren Modelle) ist es die 19, bei den älteren (Generation A mit FX140, FX1000, FX1100 und GP1300R) die 25. Nummern können je nach Quelle abweichen, deshalb gilt im Zweifel die Beschreibung in der App. Taucht so ein Code zusammen mit anderen auf, ist die Spannung der erste Ansatz.
Wenn die Batterie in Ordnung ist
Dann rückt der Spannungsregler mit dem Gleichrichter in den Blick. In Foren wird von korrodierten Reglern berichtet, die Alarm und Startprobleme auslösen. Bei einem FX140 ist das ein Einzelfall, beim VX1100 ist das Problem bekannt. In den Live-Daten zeigt sich so ein Regler an einer zu niedrigen Ladespannung bei laufendem Motor.
Ob die Batterie selbst am Ende ist, sagt dir die App dagegen nicht. Sie zeigt die Spannung, nicht die Kapazität. Eine Batterie kann in Ruhe gut aussehen und unter Last zusammenbrechen. Dann hilft nur der Blick auf den Startverlauf oder der Versuch mit einer geladenen Ersatzbatterie.
Was die Messung nicht findet
Ein korrodierter Pol oder Stecker erzeugt nicht immer einen Code. Oft siehst du nur, dass die Spannung beim Anlassen stärker einbricht als gewohnt, oder dass ein Fehler mal da ist und mal nicht. Ist die Ruhespannung in Ordnung und fällt sie trotzdem beim Start ab, reinige und prüfe zuerst die Anschlüsse am Pluspol, am Minuspol und an den Steckern, die zum Steuergerät führen, bevor du Teile bestellst. Das ist Handarbeit. Die App liefert dir nur den Hinweis, dass es sich lohnt.
Was danach zu tun ist
Nach einem Batteriewechsel kann das Steuergerät Lernwerte verloren haben. Wenn der Leerlauf danach unruhig ist, hilft bei Modellen mit dieser Funktion das Anlernen, das die App des M-JET Diagnostic anbietet. Fehlerspeicher löschst du erst, nachdem du notiert hast, was drinstand. Taucht ein Code nach dem Löschen sofort wieder auf, war er nicht von der Batterie verursacht.
Die Details zu den Messwerten stehen unter Batteriespannung und Ladesystem prüfen. Wie die Live-Werte angezeigt werden, erklärt Live-Daten auslesen.