Der Anlasser deines F100 rührt sich nicht, oder er dreht und der Motor fängt nicht, und hinter dir wartet schon das nächste Gespann an der Slipanlage. In so einer Lage denkt man sofort an Benzinpumpe oder Zündung. Meistens ist es etwas Einfacheres, und genau deshalb lohnt eine feste Reihenfolge. Sie gilt grob für alle EFI-Viertakter von F20 bis F450 und auch für die HPDI-Modelle der Z-Serie, nur die Zahl der verfügbaren Werte unterscheidet sich.
Wenn der Anlasser gar nicht dreht
Dann ist die Freigabe zum Starten nicht da oder der Strom kommt nicht an. Drei Dinge, in dieser Reihenfolge:
- Notausschalter. Leine ab, Clip nicht richtig drin, oder der Schalter selbst ist korrodiert. Im Live-Bild steht der Zustand des Notausschalters. Zeigt er aktiv, obwohl der Clip steckt, ist der Schalter oder seine Leitung dran.
- Schaltstellung. Der Motor startet nur in Neutral. Bei Motoren mit Gaszug zeigt der Schaltpositionsschalter den Zustand, bei digitaler Fernschaltung gibt es zusätzlich die Neutralerkennung und bei manchen Steuergeräten einen Wert für die Startfreigabe. Hebel steht auf Neutral, Wert sagt etwas anderes: Da liegt es.
- Batteriespannung bei Zündung an und während des Startversuchs. Fällt sie beim Drücken des Startknopfs tief ab, ist es Batterie oder Polanschluss.
Gerade der Notausschalter wird unterschätzt. Am Fahrstand sitzt er im Spritzwasser, und ein leicht korrodierter Kontakt kann mal schalten, mal nicht. Wer dann an der Slipanlage dreimal die Leine zieht und wieder steckt, bis es geht, hat das Problem nicht gelöst, nur vertagt. Der Live-Wert zeigt es eindeutig.
Danach die Stromversorgungen. Das Steuergerät kennt Einträge für die Stromversorgung des Startermagneten und die Hauptstromversorgung. Erster Prüfpunkt ist jeweils die Sicherung des Starterrelais beziehungsweise des Hauptrelais.
Die Meldung der Wegfahrsperre
Viele Yamaha-Außenborder haben eine Wegfahrsperre, und das Steuergerät kann eine Kommunikationsstörung dazu speichern. Die hinterlegten Prüfschritte sind Leitung und Stecker sowie Ein- und Ausgangsspannung. Steht so eine Meldung im Speicher, ist das eine Spur, aber nicht immer die Ursache. Nach einem Spannungseinbruch beim Start taucht sie manchmal auf, ohne dass an der Sperre etwas defekt ist.
Wichtig zur Erwartung: Mit M-JET DIAGNOSTIC siehst du die Meldung und bei manchen Steuergeräten den Zustand der Wegfahrsperre im Live-Bild. Zurücksetzen oder neue Sender anlernen kann die App nicht. Wenn die Sperre wirklich das Problem ist, führt der Weg in eine Werkstatt.
Wenn er dreht, aber nicht kommt
Dann ist die Startfreigabe da, aber Zündung oder Kraftstoff fehlen. Hier wird der Fehlerspeicher wichtig. Ein Pulsgeber mit unregelmäßigem Signal heißt, dass das Steuergerät die Kurbelwellenstellung nicht sauber erkennt, und ohne die gibt es weder Funken noch Einspritzung. Beim HPDI gibt es zusätzlich den Kurbelwellensensor als eigenen Eintrag.
Danach die Aktortests: Kraftstoffpumpe ansteuern und hören, ob sie anläuft. Spulen und Düsen ansteuern. Bei einem Motor, der gar nicht zündet, ist selten ein einzelner Zylinder schuld, eher Kraftstoffversorgung oder Pulsgeber.
Und das Mechanische, das keine App sieht: Tankentlüftung zu, Primerball nicht fest, Kraftstoffhahn geschlossen, Wasserabscheider voll. Für Letzteres gibt es immerhin eine Meldung im Speicher, für die anderen nicht. Ein Primerball, der nach dem Pumpen nicht hart wird, sagt mehr über die Kraftstoffzufuhr als jeder Pumpentest, denn die elektrische Pumpe kann nur fördern, was bei ihr ankommt.
Was es selten ist
Ein defektes Steuergerät ist eine der unwahrscheinlichsten Ursachen. Wenn die App mit dem Steuergerät spricht, Werte zeigt und Aktortests ausführt, lebt es. Mehr Ursachen und Abläufe stehen unter Außenborder springt nicht an. An der Slipanlage reicht meist der Blick auf zwei Zeilen im Live-Bild, Notausschalter und Schaltstellung, bevor du überhaupt die Haube abnimmst.