Auf der Rückfahrt bei Halbgas fängt der F200 an zu hupen, im Display leuchtet ein Symbol, und die Drehzahl geht von allein runter. Mitten auf dem Wasser ist das unangenehm, weil das Horn bei vielen Yamaha-Motoren für mehrere Warnungen zuständig ist. Es sagt dir, dass etwas nicht stimmt. Was, steht woanders.
Bevor es um Diagnose geht: Wenn das Horn dauerhaft tönt und du nicht weißt warum, Gas weg, Motor in den Leerlauf und auf den Kontrollstrahl schauen. Kommt da kein Wasser, Motor aus. Das ist keine Elektronikfrage mehr.
Öldruck: der Fall, bei dem du nicht weiterfährst
Bei den kleinen Motoren von F20 bis F100 gibt es nur einen Öldruckschalter. Im Live-Bild siehst du dann nur zwei Zustände, Druck da oder Druck weg. Ab der Mittelklasse, also bei F115 bis F150 und darüber, liefern viele Steuergeräte einen echten Öldruck in kPa. Das macht einen großen Unterschied: Du siehst, ob der Druck im warmen Leerlauf langsam absinkt oder ob er schlagartig auf null fällt.
Steht im Fehlerspeicher "Öldrucksensor außerhalb der Spezifikation", hat das Steuergerät einen unplausiblen Wert im Sensorkreis gesehen. Das spricht eher für Sensor, Stecker oder Leitung. Kommt die Warnung ohne Eintrag und der Live-Wert ist tatsächlich niedrig, dann ist der Druck echt zu niedrig. Ölstand prüfen, und wenn der stimmt, bleibt der Motor aus, bis jemand mit Manometer drangegangen ist. Mehr dazu unter Öldruck-Warnung am Außenborder.
Überhitzung: Wasserweg oder Sensorkreis
Hier helfen drei Werte, je nach Motor: Motortemperatur oder Kühlwassertemperatur, der Zustand des Thermoschalters und, wenn vorhanden, der Kühlwasserdruck. Steigt die Temperatur gleichmäßig an und der Thermoschalter schaltet, ist es wirklich zu warm. Springt der Wert dagegen von einer Sekunde zur nächsten um 30 Grad, ist das kein Wasser, sondern ein Kontaktproblem.
Der Kühlwasserdruck ist der ehrlichste Wert, wenn dein Motor ihn liefert. Fällt er bei gleicher Drehzahl deutlich ab, kommt weniger Wasser an. Den Grund zeigt er nicht: Impeller, Seegras im Einlass oder eine Plastiktüte vor dem Getriebegehäuse sehen für das Steuergerät gleich aus. Die Seite Überhitzung und Kühlwasser geht tiefer auf die einzelnen Ursachen ein.
Batterie: die leise Variante
Eine Warnung wegen zu niedriger Spannung kommt seltener auf der Fahrt, sondern eher beim Start oder bei langem Bummeln im Leerlauf mit Kartenplotter, Echolot und Bilgepumpe am Netz. Im Live-Bild steht die Batteriespannung. Im Stand mit Zündung an und bei laufendem Motor sollte sie sich klar unterscheiden, weil die Lichtmaschine nachlädt. Bleibt sie bei laufendem Motor genauso niedrig wie im Stand, lädt nichts. Dann sind Batteriepolklemmen und Ladesystem dran, nicht der Motor.
Die Prüfschritte, die das Steuergerät zu einem Eintrag "Batteriespannung unter Sollwert" mitliefert, sind entsprechend bodenständig: Spannung im Live-Bild ansehen, Sitz und Zustand der Kabel an den Polen prüfen, dann die Ausgangsspannung des Ladesystems messen. Bei größeren Motoren ab etwa F175 zeigen manche Steuergeräte zusätzlich die Spannung einer zweiten Batterie für die Verbraucher. Wer zwei Batterien an Bord hat, sieht dann sofort, welche schwächelt. Ein grün oxidierter Polschuh hat schon mehr Warnungen ausgelöst als jede kaputte Lichtmaschine.
Am Steg mit dem Handy
Wenn du mit M-JET DIAGNOSTIC am Diagnoseanschluss hängst, würde ich so vorgehen:
- Fehlerspeicher lesen und abfotografieren, nichts löschen.
- Motor starten und Batteriespannung, Temperatur und Öldruck oder Öldruckschalter nebeneinander beobachten.
- Drehzahl langsam auf etwa 2000 U/min bringen, wenn der Motor im Wasser liegt oder ordentlich gespült wird, und schauen, ob der Kühlwasserdruck mitsteigt.
- Den Wert, der aus der Reihe tanzt, mit dem Eintrag im Speicher abgleichen.
Passt beides zusammen, weißt du, welche Baustelle es ist. Passt es nicht, etwa Hupe ohne Eintrag und alle Werte normal, dann prüf als Nächstes den Stecker zum Instrument und das Horn selbst. Auch ein Summer kann einen Kabelbruch haben.