Bis zu 34 Messwerte zeigt die App je nach Modell an. Wer das zum ersten Mal sieht, weiß nicht, wo er hinschauen soll. Zehn Werte reichen für die meisten Fragen, und einige davon prüfst du schon, ohne den Motor zu starten. Die Auswahl gilt für alle Modelle, die das M-JET Diagnostic unterstützt, also FX, VX, GP, EX, FZ, SuperJet und JetBlaster, nur Viertakter. Die frühen Steuergeräte der FX140 und FX1000 liefern weniger Werte als ein GP1800R, die App zeigt dir nur, was dein Modell hat.
Bei Zündung an und Motor aus
- Batteriespannung. In Ruhe sind etwa 12,5 Volt ein normaler Wert. Deutlich weniger erklärt viele Fehler. Bei laufendem Motor muss sie über dem Ruhewert liegen, sonst lädt das System nicht.
- Ansaugdruck. Bei Zündung an und stehendem Motor sollte er ungefähr dem Luftdruck entsprechen.
- Luftdruck. Der Gegenwert zum Ansaugdruck. Liegen beide weit auseinander, stimmt mit einem der Sensoren etwas nicht, siehe Ansaugluft- und Ansaugdrucksensor.
- Motortemperatur und Ansauglufttemperatur. Bei kaltem Motor sollten beide grob zur Umgebung passen. Ein Wert, der weit danebenliegt, ist verdächtig.
- Schalter- und Relaisstatus. Betätige Notstopp, No-Wake oder Rückwärtsschalter und sieh zu, ob der Status wechselt. Ein flackernder Status deutet auf einen Kontakt.
Wenn der Motor läuft
Dafür muss Wasser durchs System laufen, nie trocken an Land starten. Bei laufendem Motor kommen dazu:
- Drehzahl. Das ist die Gegenkontrolle, ob sie im Notlauf hängt. Aus Foren kennt man Drehzahlen um 5000, die nicht höher gehen.
- Drosselklappenwinkel mit TPS1 und TPS2 und, bei Modellen mit elektronischer Drosselklappe, APS1 und APS2 für den Gashebel. Mehr dazu im Beitrag zur Drosselklappe mit ETV, TPS und APS.
- Abgaskrümmer-Wassertemperatur, bei den 1.8-Modellen und neueren (Code 65). Sie zeigt dir die Temperatur am Krümmer getrennt vom Motorwert.
- Zündzeitpunkt und Einspritzdauer sind keine Alltagswerte, aber hilfreich, wenn Leistung fehlt.
Wie du die Werte benutzt
Die Reihenfolge der Ansicht hilft: Starte mit den Werten bei Zündung an, damit du die Sensoren ohne Motorlast beurteilst, und gehe erst dann zu den Werten über, die sich nur bei laufendem Motor sinnvoll lesen lassen.
Ein einzelner Wert sagt wenig. Wichtig ist der Vergleich: gegen die Erwartung, gegen einen zweiten Sensor oder gegen den Wert von vor fünf Minuten. TPS1 und TPS2 etwa sollten sich beim Gasgeben gemeinsam und gleichmäßig bewegen. Springt einer, ist eher ein Kontakt schuld als das Bauteil selbst. Auch Temperaturen zählen über den Verlauf: Der Wert, der nach 20 Minuten kippt, fällt im Stand nie auf.
Feste Normalzahlen gibt es hier nur für zwei Werte: die Spannung in Ruhe und den Ansaugdruck bei stehendem Motor. Bei allen anderen zählt der Vergleich, nicht die Zahl. Bei den Codes gilt: Die Nummern unterscheiden sich je Steuergeräte-Generation, die Beschreibung in der App entscheidet.
Welche Werte du bei welchem Symptom zuerst ansiehst
Springt der Motor schlecht an, beginne mit Spannung und Relaisstatus. Fehlt Leistung, vergleiche Ansaugdruck und Drosselklappenwinkel mit der Drehzahl. Kommt eine Temperaturwarnung, brauchst du Motortemperatur und Krümmerwert nebeneinander. Bei Gasannahme, die zäh oder ruckelig wirkt, gehören TPS und APS in dieselbe Ansicht. Wenn du merkst, dass du mehr als vier Werte gleichzeitig beobachtest, zeichne die Fahrt lieber auf.
Was die Live-Daten nicht beantworten
Sie zeigen, was die Sensoren melden. Ein Wasserweg, der zu ist, ein angeschlagener Impeller oder ein zu hoher Ölstand tauchen nicht auf, nur ihre Folgen, etwa eine steigende Temperatur. Mehr über die einzelnen Anzeigen steht unter Live-Daten auslesen.