Im Verein liegen acht Boote: vier mit F40, zwei mit F60, eins mit einem F115 und das Begleitboot mit einem F150. Jedes Frühjahr fängt ein anderes Mitglied mit der Inbetriebnahme an, und jedes Mal wird etwas anders gemacht. Im Juli steht dann ein Boot mit Startproblemen am Steg, und keiner weiß, ob der Fehler schon im April da war. Bei Charterbetrieben sieht es ähnlich aus, nur mit mehr Druck, weil der nächste Gast schon wartet.
Warum eine feste Routine mehr bringt als ein guter Mechaniker
Ein erfahrener Schrauber merkt vieles, aber nicht, wenn er im letzten Jahr nicht dabei war. Eine Routine mit schriftlichem Ergebnis je Motor macht den Zustand vergleichbar, von Jahr zu Jahr und zwischen den Booten. Das Steuergerät liefert dafür die Daten, die man sonst schätzen müsste: Betriebsstunden je Drehzahlbereich, gespeicherte Ereignisse, Spannung, Temperaturen.
Mit M-JET DIAGNOSTIC reicht dafür ein Handy pro Prüfer, kein Laptop am Steg. Für Flotten gibt es die Lizenz für unbegrenzt viele Motoren, und die App läuft in sechs Sprachen, was bei internationalen Teams in Chartergebieten hilft.
Die Routine je Motor
- Motor mit Bootsnamen und Seriennummer im Protokoll eintragen.
- Fehlerspeicher lesen, alle Einträge abschreiben oder fotografieren. Nicht löschen, bevor das erledigt ist.
- Betriebsstunden nach Drehzahlbereich notieren, alle sieben Bereiche. Die Differenz zum Vorjahr zeigt, wie das Boot genutzt wurde.
- Batteriespannung bei Zündung an, Motor aus. Danach im Leerlauf.
- Motor mit Spülanschluss oder im Wasser warmlaufen lassen. Temperatur, Kühlwasserdruck wo vorhanden, Öldruck oder Öldruckschalter beobachten.
- Aktortests für Kraftstoffpumpe und, wenn der Leerlauf auffällig war, für das ISC-Ventil.
- Speicher löschen, kurze Probefahrt, Speicher erneut lesen. Erst dann ist das Boot freigegeben.
Die mechanischen Punkte laufen parallel: Impeller nach Intervall, Getriebeöl, Anoden, Propeller, Kraftstoffschläuche, Wasserabscheider. Die Diagnose ersetzt keinen dieser Punkte.
Für einen F40 dauert der elektronische Teil der Routine eine Viertelstunde, für den F150 etwas länger, weil es mehr Werte gibt. Bei acht Booten ist das ein Samstagvormittag für zwei Leute. Teilt man die Boote fest auf, prüft jeder jedes Jahr dieselben Motoren und kennt ihre Eigenheiten.
Was die Stunden über die Nutzung verraten
Für Vereine und Vermieter ist die Verteilung der Betriebsstunden besonders aufschlussreich. Ein Boot, das im Charter dauernd im obersten Drehzahlbereich bewegt wird, verschleißt anders als eines, das hauptsächlich zum Schleppen im mittleren Bereich läuft. Steigen die Stunden zwischen 6000 und 7000 U/min bei einem Boot auffällig an, ist das eine Frage an die Nutzer, nicht an den Motor.
Auch Einträge zum Notausschalter erzählen etwas. Häufen sie sich bei einem Boot, wird dort oft die Leine gezogen, ob absichtlich oder aus Versehen beim Anlegen. Einträge zum Wasser im Kraftstofffilter, die bei einem Boot jedes Jahr auftauchen, bei den anderen nie, deuten auf einen Tank, der Kondenswasser zieht, oder auf eine undichte Tankentlüftung.
Bei Charterbooten kommt hinzu, dass Gäste Warnungen selten melden. Der Fehlerspeicher tut es. Ein kurzer Blick nach jeder Rückgabe, zumindest bei den Booten mit größeren Motoren, zeigt, ob der Gast mit Überhitzung oder Öldruckwarnung gefahren ist, bevor der Nächste das Boot übernimmt.
Wo die Daten hin sollten
Ein Ordner oder eine geteilte Tabelle, in der jede Zeile ein Motor und jede Spalte ein Jahr ist, reicht völlig. Wichtig ist nur, dass Stunden, Spannung und Speicherinhalt jedes Jahr an derselben Stelle landen. Nach zwei Saisons siehst du, welcher Motor bei der Spannung nachlässt oder bei welchem der Kühlwasserdruck langsam sinkt.
Wie ein Saisonstart pro Motor im Detail aussieht, steht unter Saisonstart-Check. Und was das Gerät ohne Laptop leistet, unter Diagnosegerät ohne Laptop. Die Routine funktioniert nur, wenn am Ende jeder Prüfung jemand das Protokoll unterschreibt, auch im kleinsten Verein.