Yamaha HPDI Z150, Z175 und Z200 Diagnose: Zweitakt-V6 per App auslesen
Die HPDI-Modelle der Z-Serie sind die einzigen Zweitakter in dieser Übersicht: V6 mit Hochdruck-Direkteinspritzung und eigener Ölversorgung. Viele laufen noch zuverlässig, aber Ersatzteile und Erfahrung werden seltener. Umso wichtiger ist, dass du vor dem Teiletausch weißt, was los ist. M-JET DIAGNOSTIC liest das Steuergerät dieser Motoren am Diagnoseanschluss aus und zeigt die Werte per Bluetooth auf dem Handy.
Welche Z-Modelle dazugehören
Hinterlegt sind Z150P und Z150Q, Z175G und Z175H sowie Z200N und Z200P, dazu die gegenläufigen LZ150P und LZ200N. Anders als bei den Viertaktern gibt es hier nur eine Steuergeräte-Variante. Jeder Motor der Reihe liefert deshalb dieselben 34 Live-Werte, kennt dieselben 12 Fehlerarten und bietet dieselben 14 Aktortests. Leerlauf anlernen ist ebenfalls dabei. Auch die Betriebsstunden nach sieben Drehzahlbereichen kannst du auslesen, was bei einem gebrauchten Z-Motor mehr über seine Vergangenheit verrät als die Gesamtstunden auf dem Instrument.
Live-Daten mit Zweitakt-Eigenheiten
- Kraftstoffdruck der Hochdruckseite in MPa
- Spannung der Lambdasonde
- Zündstatus für jeden der sechs Zylinder einzeln
- Förderung der Öl-Plungerpumpe
- Ölstandsschalter für Fremdtank und drei Schalter am Motortank
- Wasserabscheider-Schalter, Thermoschalter, Kühlwassertemperatur
- Drehzahl, Zündzeitpunkt, Einspritzzeit, TPS-Spannung und Drosselklappenwinkel, Luftdruck, Ansauglufttemperatur, Batteriespannung
- Notausschalter, Zündschloss, Schaltposition, Starterrelais und die Leitung zur Freigabe der Überdrehzahl-Begrenzung
Zylinder für Zylinder prüfen
Die Aktortests decken sechs Zündspulen und sechs Einspritzdüsen einzeln ab, dazu die elektrische Kraftstoffpumpe und die Öl-Plungerpumpe. Gerade der Zündstatus je Zylinder in den Live-Daten ist bei einem Zweitakt-V6 hilfreich. Läuft der Motor rau, siehst du, ob das Steuergerät auf einem Zylinder Zündaussetzer registriert. Dann steuerst du Spule und Düse dieses Zylinders gezielt an. Die Öl-Plungerpumpe im Stand anzusteuern ist sinnvoll, wenn der Ölverbrauch auffällig niedrig ist oder nach Arbeiten an der Ölversorgung.
Was der Fehlerspeicher meldet
Die zwölf Fehlerarten sind überschaubar: Pulsgeber und Kurbelwellensensor mit unregelmäßigem Signal, Thermosensor, TPS, Luftdruck- und Ansauglufttemperatursensor außerhalb der Spezifikation, Kraftstoffdrucksensor, Einspritzdüse, Wasser im Kraftstofffilter, Schaltpositionsschalter, ausgelöster Notausschalter und zu niedrige Batteriespannung. Bei der Batterie nennt das Steuergerät als Prüfwert mindestens 12 V. Bei einem Motor, der mit Hochdruck einspritzt, ist das kein Detail, denn eine schwache Batterie zeigt sich hier schnell als Start- oder Laufproblem.
Mechanik, die du selbst ansehen musst
Kompression pro Zylinder, Zustand von Kolben und Ringen, Membranventile und Ölleitungen erfasst kein Sensor. Ein HPDI, der sauber Werte liefert und trotzdem schlecht läuft, gehört auf den Kompressionstester. Ich würde bei diesen Motoren zuerst Batterie und Kraftstoffdruck prüfen, dann den Zündstatus je Zylinder und erst danach die Mechanik.
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