Beim F150 mit digitaler Fernbedienung reagiert das Gas plötzlich verzögert, im Display erscheint eine Warnung, und der Motor nimmt nur noch halbherzig Gas an. Im Fehlerspeicher steht etwas zur Drosselklappe. Bei Motoren mit elektronischem Gas hängen an diesem Thema mehr Bauteile, als man auf den ersten Blick denkt, und die Kürzel machen es nicht leichter.
Die Kürzel in einem Satz
ETV ist die elektronische Drosselklappe selbst, also eine Klappe mit eigenem kleinen Elektromotor, der sie öffnet und schließt. Es gibt keinen Gaszug mehr.
TPS steht für Drosselklappensensor. Er sitzt an der Klappe und meldet, wie weit sie offen ist. Bei Motoren mit ETV gibt es zwei davon, TPS1 und TPS2, die gleichzeitig messen.
APS ist der Gashebelsensor in der Fernbedienung. Auch hier sind es zwei, APS1 und APS2. Sie melden, wie weit du den Hebel nach vorn gelegt hast.
Das Steuergerät liest die beiden APS, rechnet daraus eine Gasanforderung in Prozent und stellt die Klappe über den ETV-Motor nach. Dann prüft es mit TPS1 und TPS2, ob die Klappe dort steht, wo sie stehen soll. Passen die Werte nicht zusammen, gibt es einen Eintrag, und oft drosselt der Motor.
Warum alles doppelt ist
Die Sensoren sind doppelt, damit das Steuergerät sich selbst kontrollieren kann. Zwei Sensoren, die dieselbe Klappe messen, müssen zueinander passen. Weicht einer ab, weiß das Steuergerät nicht, welchem es glauben soll, und geht auf Nummer sicher. Das ist der Grund, warum schon ein korrodierter Pin am Stecker zu einer Begrenzung führen kann, obwohl die Klappe mechanisch völlig in Ordnung ist.
Die Einträge im Speicher sind entsprechend zahlreich. Für die Klappe allein kennen viele Steuergeräte eine ganze Reihe von Varianten einer Fehlfunktion, dazu Einträge zu TPS und APS außerhalb der Spezifikation und einen zur Stromversorgung der ETV. Die Prüfschritte sind trotzdem überschaubar: Stecker und Leitung, Widerstand des ETV-Motors, Funktion der Klappe, und bei den Sensoren die Spannungen 1 und 2 im Live-Bild.
Was du live vergleichst
Mit M-JET DIAGNOSTIC für Yamaha WaveRunner & Außenborder am Diagnoseanschluss siehst du, je nach Steuergerät, TPS1 und TPS2 in Volt, den Öffnungswinkel der Klappe, APS1 und APS2 in Volt, die Gasanforderung in Prozent und den Zustand des ETV-Relais. Für den ersten Test reicht Zündung an, Motor aus:
- Gashebel langsam nach vorn legen und wieder zurück. APS1 und APS2 sollten sich gleichmäßig und ohne Sprünge bewegen.
- Die Gasanforderung sollte dem Hebel sauber folgen. Bleibt sie hängen, während die APS-Spannungen weiterlaufen, ist der Hebel nicht das Problem.
- Mit laufendem Motor im Leerlauf in Neutral das Gas leicht antippen und TPS1 gegen TPS2 beobachten. Bricht einer kurz weg, wackelt der Stecker oder die Leitung.
Hilfreich ist es, dabei am Kabelbaum vorsichtig zu wackeln. Wenn ein Wert genau in dem Moment springt, hast du die Stelle gefunden.
Wo die Diagnose aufhört
Eine Klappe, die durch Ablagerungen oder Salzkrusten schwergängig ist, erzeugt Fehler, die nach Elektrik aussehen, aber mechanisch sind. Die Klappe muss dann gereinigt werden, und das ist Handarbeit. Auch ein ETV-Motor mit verschlissenem Getriebe kann die Klappe nur noch ruckelig stellen. Den Widerstand des Motors misst du mit dem Multimeter, nicht mit der App.
Nach dem Reinigen oder Tauschen der Klappe passt der gespeicherte Leerlauf oft nicht mehr. Bei vielen Motoren lässt sich der Leerlauf in der App neu anlernen, mehr dazu unter Leerlauf anlernen. Die einzelnen Fehlerbilder rund um die Klappe sind unter elektronische Drosselklappe am Außenborder zusammengestellt. Die Reihenfolge bleibt dieselbe: erst APS, dann Gasanforderung, dann TPS, und erst wenn alle drei sauber sind, an der Mechanik der Klappe weitersuchen.