Der F40 am Angelboot geht im Standgas aus, sobald du den Gang rausnimmst, und der Betrieb am See hat erst in drei Wochen einen Termin frei. Viele Besitzer kleiner Motoren denken, Diagnose sei etwas für die großen V6 am Kajütboot. Dabei haben die EFI-Viertakter von F20 bis F100 ein eigenes Steuergerät, und das merkt sich mehr, als man erwartet.
Welche Motoren gemeint sind
Fallen alle kleinen Yamaha unter diese Gruppe
Nein. In den Diagnosedaten stehen F20G, F25G, F30B, F40F, F50F und F50H, F60C und F60F, F70A, mehrere F75 und F80, F90B bis F90D sowie F100D, F100F und F100G. Motoren unterhalb von F20 tauchen in der Liste nicht auf, und Vergasermotoren haben kein Steuergerät, das man auslesen könnte. Die genaue Liste steht unter F20 bis F100.
Wie viel steckt in so einem kleinen Steuergerät
Je nach Variante 18 bis 30 Live-Werte, 9 bis 13 hinterlegte Fehler und 4 bis 8 Aktortests. Leerlauf anlernen ist bei allen vier Steuergeräte-Varianten der Familie vorgesehen. Das ist weniger als bei einem F250, aber für die typischen Probleme reicht es.
Was die Live-Werte am kleinen Motor verraten
Für das Absterben im Standgas sind drei Werte interessant. Der Öffnungsgrad des ISC-Ventils in Prozent zeigt, wie viel Luft der Leerlaufsteller gerade an der Drosselklappe vorbeischickt. Die TPS-Spannung und der Drosselklappenwinkel zeigen, ob die Klappe wirklich zu ist. Und der Ansaugdruck verrät, ob der Motor irgendwo Nebenluft zieht. Dazu passt eine Meldung, die das Steuergerät dieser Klasse kennt: Luftleck im Ansaugtrakt.
Weitere Werte je nach Steuergerät: Kühlwassertemperatur, Ansauglufttemperatur, Zündzeitpunkt, Einspritzzeit in Millisekunden, Batteriespannung, Kraftstoffdurchfluss in Litern pro Stunde und bei manchen Varianten Kühlwasserdruck, Geschwindigkeit und Trimmstellung. Den Öldruck gibt es hier nur als Schalter, an oder aus. Einen Druckwert in kPa wie beim F150 bekommst du am kleinen Motor nicht.
Aktortests, wenn ein Zylinder nicht mitmacht
Kann ich die Spulen einzeln prüfen
Das hängt von der Zylinderzahl ab. Beim Vierzylinder arbeiten die Spulen paarweise, eins mit vier und zwei mit drei, und auch die Düsen werden paarweise angesteuert. Beim Dreizylinder gibt es Spule und Düse eins bis drei einzeln. Beim Zweizylinder gibt es ein Paar. Dazu kommen Tests für die elektrische Kraftstoffpumpe und das ISC-Ventil.
Mit M-JET DIAGNOSTIC läuft das über den Diagnoseanschluss am Motor und das Handy, was am Pinnenmotor auf dem See praktischer ist als jeder Laptop.
Was im Speicher der kleinen Motoren landet
Die Liste ist kurz und deshalb gut zu überblicken. Thermosensor, Lufttemperatursensor und Luftdrucksensor außerhalb der Spezifikation. TPS außerhalb der Spezifikation. Pulsgeber mit unregelmäßigem Signal. Klopfsensor, Schaltpositionsschalter, Wasser im Kraftstofffilter, Notausschalter aktiv. Dazu Stromversorgungen: Hauptrelais, Startermagnet und Kraftstoffpumpe, jeweils mit der zugehörigen Sicherung als erstem Prüfschritt. Je nach Variante eine Überkühlung, bei der das Thermostat im Verdacht steht, und eine Kommunikationsstörung der Wegfahrsperre.
Am Pinnenmotor taucht der Notausschalter häufiger auf, als man denkt, weil die Leine beim Anlegen gern mal abgezogen wird. Ein Eintrag dazu ist meist kein Defekt, aber gut zu wissen, wenn der Motor beim letzten Ausflug einfach ausging. Ähnlich der Schaltpositionsschalter: Laut Prüfschritt darf er in Vorwärts und Rückwärts keinen Durchgang haben. Hakt das Schaltgestänge am Pinnenmotor, meldet er sich gelegentlich.
Was du am kleinen Motor selbst prüfen musst
Impeller, Kühlwasserkontrollstrahl, Getriebeöl, Kraftstofftank mit Entlüftung und der Schlauch mit Primerball liegen außerhalb dessen, was ein Steuergerät misst. Bei einem Motor, der im Standgas ausgeht, gehört deshalb neben dem Blick auf ISC-Wert und Ansaugdruck immer auch der Blick in den Tank dazu. Altes Benzin vom letzten Jahr erklärt so ein Verhalten öfter als jeder Sensor. Wenn der Kraftstoff frisch ist und das ISC-Ventil im Aktortest hörbar arbeitet, ist der nächste Schritt das Anlernen des Leerlaufs, wie unter Leerlauf anlernen beschrieben.