Am Heck steht ein Z200 HPDI aus zweiter Hand. Er läuft, aber im unteren Drehzahlbereich etwas rauer, als du es von einem Sechszylinder erwarten würdest, und was im Steuergerät steht, weiß niemand. Die HPDI-Zweitakter der Z-Serie sind heute keine jungen Motoren mehr, und viele Besitzer schrauben inzwischen selbst. Umso mehr lohnt es, vor dem Teilekauf zu wissen, was der Motor selbst meldet. Eine Hochdruckpumpe oder ein Satz Düsen auf Verdacht ist an diesem Motor kein kleiner Posten.
In den Diagnosedaten stehen Z150P und Z150Q, Z175G und Z175H sowie Z200N und Z200P, jeweils auch als gegenläufige L-Version. Alle hängen an einem Steuergerätetyp mit 34 Live-Werten, 12 hinterlegten Fehlern und 14 Aktortests. Leerlauf anlernen ist vorgesehen. Wer mit M-JET DIAGNOSTIC einen solchen Motor ausliest, bekommt also überall dasselbe Bild, egal welche Z-Variante am Spiegel hängt.
Der Live-Wert, den es nur hier gibt
Für jeden der sechs Zylinder gibt es einen eigenen Zündstatus. Das ist bei einem rau laufenden Sechszylinder Gold wert, weil du nicht raten musst, welcher Zylinder schwächelt. Läuft der Motor im unteren Bereich unrund, schau dir die Zündstatus-Zeilen im Leerlauf an, dann bei leicht erhöhter Drehzahl. Fällt ein Zylinder immer wieder heraus, steuerst du dessen Spule und dessen Düse im Aktortest einzeln an. Spule und Düse eins bis sechs stehen dafür bereit.
Der zweite wichtige Wert ist der Kraftstoffdruck in MPa. HPDI steht für Hochdruck-Direkteinspritzung, und dieser Druck muss stimmen, damit die Düsen sauber zerstäuben. Ein schwankender Wert bei konstanter Drehzahl ist ein Hinweis auf die Kraftstoffversorgung, ein unplausibler Wert schon bei stehendem Motor eher auf den Sensor. Für den Kraftstoffdrucksensor gibt es auch einen eigenen Eintrag im Speicher.
Öl ist beim Zweitakter das eigentliche Thema
Ein HPDI schmiert über eine Ölpumpe, die Öl aus einem Tank am Motor fördert, der wiederum aus einem Fernbehälter im Boot nachgefüllt wird. Das Steuergerät zeigt dazu einiges: den Förderzustand der Ölplungerpumpe, den Ölstandsschalter am Fernbehälter und drei Ölstandsschalter im Motortank. Im Aktortest lässt sich die Ölplungerpumpe ansteuern.
Was die App nicht kann: dir sagen, ob die Pumpe die richtige Menge fördert oder ob Luft in der Ölleitung steht. Sie zeigt Schalterzustände und ob die Pumpe angesteuert wird. Den Ölverbrauch über eine Saison beobachtest du am Tank, mit Bleistift und Notizbuch. Wer das ein Jahr lang macht, weiß beim nächsten Mal sofort, ob der Motor plötzlich mehr oder weniger Öl nimmt, und das ist bei einem Zweitakter einer der frühesten Hinweise auf Ärger. Läuft ein Ölstandsschalter im Live-Bild nicht mit, obwohl du nachgefüllt hast, prüf zuerst seinen Stecker, bevor du der Anzeige glaubst.
Die zwölf Fehler im Überblick
Das Steuergerät kennt Pulsgeber und Kurbelwellensensor mit unregelmäßigem Signal, Thermosensor, Atmosphärendrucksensor, Lufttemperatursensor und Kraftstoffdrucksensor außerhalb der Spezifikation, TPS außerhalb der Spezifikation, Einspritzdüse mit unregelmäßigem Signal, Wasser im Kraftstofffilter, Schaltpositionsschalter und Notausschalter. Der zwölfte Eintrag betrifft die Batteriespannung. Hier nennt das Steuergerät als Prüfschritt ausdrücklich, dass die Batterie mindestens 12 Volt haben soll. Bei einem Motor mit Hochdruckpumpe und sechs Düsen ist eine schwache Batterie kein Nebenthema.
Außerdem gibt es Live-Werte für die O2-Sonde, den Thermoschalter, den Wasserdetektor im Kraftstofffilter und eine Leitung zur Freigabe der Drehzahlbegrenzung. Mehr zur Familie steht unter HPDI Z-Serie.
Wo du beim Z200 selbst ran musst
Ein Zweitakter verrät seinen mechanischen Zustand nicht über Sensoren. Kompression je Zylinder misst du mit dem Kompressionstester, und große Unterschiede zwischen den Zylindern sagen mehr über Kolbenringe und Ablagerungen als jeder Live-Wert. Zündkerzenbild, Ölkohle im Auslass und der Zustand des Impellers gehören ebenfalls auf die Liste.
Für den rau laufenden Motor vom Anfang würde ich so vorgehen: Speicher lesen, Batteriespannung prüfen, Zündstatus je Zylinder beobachten, den auffälligen Zylinder per Aktortest durchprüfen und, wenn Spule und Düse ansprechen, die Kompression genau dieses Zylinders messen.